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Industry News

Steyr Motors im Visier von Red Cat: US-Drohnenkonzern bietet 39 Euro je Aktie

Aus Gerüchten wird ein konkretes Angebot: Für Steyr Motors legt Red Cat Holdings über eine Wiener Tochter ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot vor. Nötig sind eine Mehrheit der Aktien und behördliche Genehmigungen, der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2027 geplant.

Zentrale von Steyr Motors in Steyr
© Steyr Motors

Ein US-amerikanischer Drohnenkonzern greift nach einem österreichischen Motorenhersteller: Red Cat Holdings will Steyr Motors übernehmen und bietet dafür über eine Tochtergesellschaft in Wien 39 Euro pro Aktie. Abgeschlossen werden soll der Kauf im ersten Halbjahr 2027.

Schon länger hatte es Gerüchte dazu gegeben. Jetzt wird es konkret: Wie der Motorenhersteller mitteilt, will die SMOT Acquisition GmbH, vollständig im Besitz von Red Cat Holdings, sämtlichen Aktionären ein freiwilliges öffentliches Angebot zur Übernahme aller Anteile unterbreiten. Gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom 16. Oktober 2026 enthält der Preis von 39 Euro pro Aktie einen Aufschlag von 28,9 Prozent.

Damit die Übernahme zustande kommt, muss Red Cat mindestens 50 Prozent plus eine Aktie des österreichischen Unternehmens erhalten. Erforderlich sind außerdem unter anderem Genehmigungen nach Kartell- und Außenwirtschaftsrecht.

Ein wichtiger Baustein ist bereits fix: Rund 15 Prozent der Aktien von Steyr Motors hält die österreichische B&C Holding – und sie hat zugesagt, dieses Paket im Zuge des Angebots abzugeben.

Red Cat baut das Geschäft mit unbemannten Systemen aus

Für Red Cat bedeutet der geplante Kauf, das Geschäft mit unbemannten Systemen weiter auszubauen. Der Zielkonzern entwickelt und fertigt spezialisierte Antriebe – vor allem Schiffsmotoren – für den militärischen wie den zivilen Einsatz.

Neue Wachstumsmöglichkeiten soll die Verbindung eröffnen: Die Österreicher steuern ihre Kompetenz in Entwicklung und Fertigung bei, der US-Konzern öffnet internationale Märkte und Kunden und bringt zusätzliche finanzielle Ressourcen mit. Steyr-Motors-CEO Julian Cassutti erklärt dazu: „Unsere Engineering-Kompetenz und der Zugang von Red Cat zu internationalen Märkten bilden die Grundlage für gemeinsames Wachstum”. Cassutti befürwortet die geplante Transaktion und will auch seine eigenen Aktien über das Angebot verkaufen.

Auch Rolf Wirtz, Vorsitzender des Aufsichtsrats, sieht erhebliches strategisches Potenzial. Eine abschließende Stellungnahme der Unternehmensgremien soll folgen, sobald die vollständigen Angebotsunterlagen geprüft sind.

Steyr Motors soll in Steyr bleiben

Red Cat unterstreicht, man wolle das Unternehmen in Österreich als Kompetenzzentrum bewahren und ausbauen. Am angestammten Standort sollen Jobs ebenso bleiben wie Forschung, Entwicklung und Produktion.

Geprüft wird vom US-Konzern außerdem, ob der Motorenhersteller künftig als Ausgangsbasis dienen könnte, um das Europageschäft auszubauen. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, sagt Jeff Thompson, CEO von Red Cat. Erschlossen werden sollen für Steyr Motors demnach zusätzliche Ressourcen, neue Kunden und eine langfristige Nachfrage.

Zeitplan bis 2027

Die Frist zur Annahme des Übernahmeangebots läuft nach derzeitigem Stand am 18. Dezember 2026 um 17 Uhr ab. Mit dem Abschluss rechnet Red Cat – sofern alle nötigen Genehmigungen erteilt werden – in der ersten Jahreshälfte 2027.

Damit könnte ein börsennotierter US-Drohnenkonzern künftig die Kontrolle über einen der bekanntesten Produzenten spezialisierter militärischer Antriebssysteme aus Österreich übernehmen.

Fotocredits

© Steyr Motors
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