Drohnenabwehr per Laser: US Army bringt Locust X3 mit Aerovironment und Leonardo DRS in Serie
Von der Erprobung zur Produktion: Für die Drohnenabwehr hat die US Army erstmals ein Hochenergie-Laserwaffensystem in Auftrag gegeben. Offen bleiben Stückzahlen, Auftragswert und Auslieferungstermine.

Erstmals hat die US Army einen Produktionsauftrag für ein Hochenergie-Laserwaffensystem erteilt und die laserbasierte Drohnenabwehr damit einen Schritt weitergebracht. Gefertigt wird das 30-Kilowatt-System Locust X3 von Aerovironment, zentrale Komponenten für Energieversorgung und Kühlung liefert Leonardo DRS.
Den ersten Produktionsauftrag der US Army für ein Hochenergie-Laserwaffensystem erhielt im September das US-Unternehmen Aerovironment. Mit gebündelter Laserenergie soll das 30 Kilowatt starke Locust X3 im Programm Enduring-High Energy Laser (E-HEL) künftig unbemannte Luftfahrzeuge bekämpfen.
Inzwischen ist ein weiterer Industriepartner bekannt. Aerovironment hat Leonardo DRS beauftragt, wichtige Subsysteme zu integrieren. Eingebracht wird dabei die Expertise des Unternehmens in Energieversorgung, Kühlung und Temperaturmanagement. Diese Bereiche sind entscheidende Voraussetzungen dafür, dass eine mobile Laserwaffe zuverlässig arbeitet.
Drohnenabwehr mit Strom statt Abfangrakete
Vergleichsweise gering sind bei solchen Systemen die Kosten je Bekämpfungsvorgang, darin liegt ihr wesentlicher Vorteil. Der Laser greift auf elektrische Energie zurück, teure Abfangraketen braucht er nicht. Wiederholen lassen sich die Bekämpfungsvorgänge, solange genug Strom vorhanden ist und die Kühlung des Systems gewährleistet bleibt.
Konzipiert ist der Locust X3 plattformunabhängig. Unter anderem soll er sich auf dem Joint Light Tactical Vehicle (JLTV) der US Army integrieren lassen, palettierte Ausführungen sind ebenfalls geplant. Elf zentrale Schnittstellen prägen die modulare Architektur des E-HEL-Programms. Sie soll es erleichtern, neue Technologien einzubinden und das System später zu modernisieren.
Erfahrung hat Leonardo DRS bereits aus früheren Entwicklungsprojekten gesammelt, die gemeinsam mit Aerovironment und weiteren Industriepartnern liefen. 2024 und 2025 half das Unternehmen dabei, eine mobile Laserwaffe in ein gepanzertes Fahrzeug zu integrieren, und begleitete die zugehörigen Schießversuche und Ausbildungsvorhaben.
Mit E-HEL wechselt die US Army somit von der Erprobung in die Produktion. Ergänzen soll das System die vorhandene mehrschichtige Drohnenabwehr, vor allem gegen kleinere unbemannte Luftfahrzeuge zu geringen Kosten. Zu Stückzahlen, Auftragswert und konkreten Auslieferungsterminen gibt es keine veröffentlichten Angaben.
Fotocredits
© U.S. Army photo/AmesWeiterlesen

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