Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor
Für Seedrohnen über und unter Wasser hat Eviden den Geschwindigkeitssensor SMX entwickelt. Er arbeitet elektromagnetisch, sendet keine Schallsignale aus und soll die autonome Navigation genauer und verlässlicher machen.

Das französische Unternehmen Eviden hat mit dem SMX einen elektromagnetischen Geschwindigkeitssensor für Seedrohnen vorgestellt. Entwickelt wurde er eigens für unbemannte Fahrzeuge über und unter Wasser. Kompakt, robust und nahezu geräuschlos, soll er deren autonome Navigation präziser und zuverlässiger machen.
Gemessen wird laufend, wie schnell sich ein Fahrzeug gegenüber dem umgebenden Wasser bewegt. Eviden hat den SMX unter der Marke BEN Marine entwickelt. Für die Berechnung der zurückgelegten Strecke, die Bestimmung der Restdistanz zum Ziel und die Versorgung autonomer Navigationssysteme mit präzisen Informationen sind diese Daten entscheidend.
Primär richtet sich das System an die Klassen unbemanntes Überwasserfahrzeug (USV) und unbemanntes Unterwasserfahrzeug (UUV), Minenabwehrdrohnen eingeschlossen. Als weitere mögliche Anwendungen führt Eviden Torpedos, bemannte Unterwasserfahrzeuge für Taucher und andere maritime Plattformen an.
Seedrohnen ohne akustische Signatur
Seinen wesentlichen Vorteil zieht der SMX aus dem elektromagnetischen Messverfahren. Schallsignale gibt das System nicht ab, akustische Geschwindigkeitssensoren dagegen schon. Für militärische Operationen unter Wasser, bei denen eine möglichst geringe akustische Signatur verlangt wird, ist das ein wichtiger Faktor.
Bei einem Gewicht von weniger als zwei Kilogramm übersteht der Sensor einen Druck von bis zu 30 bar, was rund 300 Metern Wassertiefe entspricht. Seine komplette Elektronik ist im Sensor selbst untergebracht. Militärische Anforderungen nach MIL-STD erfüllt das System ebenfalls.
Über eine standardisierte NMEA-Schnittstelle gelangen die Geschwindigkeitsdaten ins Navigationssystem. Weil sich Kalibrierung und Diagnose aus der Ferne durchführen lassen, sollen Wartungsaufwand und Ausfallzeiten sinken.
Entwicklung und Fertigung des SMX liegen vollständig in Frankreich, als Basis dient das bewährte Vorgängersystem SM 2000. In Aix-en-Provence, einem Standort von Eviden, laufen Sensorproduktion, Endmontage und Qualifizierung.
Einsatzmöglichkeiten sieht Eviden nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch in der zivilen Schifffahrt und in der ozeanografischen Forschung. Zu ersten Kunden, Stückzahlen oder Preisen äußerte sich das Unternehmen nicht.
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