Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung
Vier Seedrohnen vom Typ Saildrone Voyager liefern der schwedischen Marine Daten aus der Ostsee. Die Behörde FMV kauft dabei keine Fahrzeuge, sondern die Überwachung als Dienstleistung. Abgeschlossen wurde der Vertrag im Rahmen von Nordefco.

Mit Seedrohnen des US-Unternehmens Saildrone will Schweden die Seeüberwachung in der Ostsee stärken. Im Auftrag der Streitkräfte hat die schwedische Beschaffungsbehörde FMV dafür einen Rahmenvertrag über vier segelnde, unbemannte Seefahrzeuge vom Typ Saildrone Voyager abgeschlossen. Rund um die Uhr sollen sie der Marine Daten liefern.
Gekauft werden dabei nicht die Fahrzeuge selbst. Schweden bezieht die Überwachung als Dienstleistung, und darin liegt die Besonderheit des Modells. FMV-Projektleiter Johan Wahren beschreibt es so: „Das Neue an diesem Vertrag ist, dass wir die Überwachung als Dienstleistung abrufen können, das heißt, dass man Daten kauft und nicht das Material“.
Angetrieben werden die zehn Meter langen Segelfahrzeuge vor allem durch den Wind. Für den Strom der Elektronik sorgen Solarpaneele, daneben gibt es an Bord einen kleinen Motor samt Kraftstofftank. Innerhalb ihres Auftrags handeln die Drohnen autonom; Mitarbeiter des Unternehmens überwachen sie dabei ständig.
Wie die Seedrohnen das Lagebild der Marine ergänzen
Über Sensoren, darunter Kamera und Radar, erfassen die Systeme Bewegungen in der Ostsee. Diese Informationen fließen in das Lagebild der Marine ein. Erkannte Schiffe lassen sich mit ihren AIS-Transponderdaten abgleichen, und hat ein Fahrzeug eine falsche Position übermittelt, können die Systeme die tatsächliche Position bestätigen.
Wahren ordnet den Vertrag so ein: „Im Grunde geht es hier nicht um vier unbemannte Fahrzeuge, sondern um den Zugang zu dauerhafter Informationsgewinnung auf See. Wir kaufen also die Dienstleistung der dauerhaften maritimen Überwachung, und Saildrone stellt die Fahrzeuge bereit, die der Marine Daten liefern”. Aufträge an Saildrone vergibt die Marine, bei ihr gehen auch die Informationen der unbemannten Seefahrzeuge rund um die Uhr ein.
Vorerst ist der Vertrag auf ein Jahr angelegt und deckt vier Saildrone Voyager ab. Weitere Seefahrzeuge können allerdings hinzukommen.
Nordefco-Rahmen und Beitrag zur NATO
Geschlossen wurde der Vertrag innerhalb von Nordefco, der nordeuropäischen Verteidigungskooperation. Andere nordische Länder können damit bei Bedarf eigene Vereinbarungen treffen. Außerdem leisten die Fahrzeuge einen Beitrag zur NATO-Initiative Task Force X Baltic, mit der die Entwicklung unbemannter Seeüberwachung in der Ostsee schneller vorankommen soll.

Eingebettet ist diese Initiative in die Operation Baltic Sentry. Nach mehreren Kabelbrüchen in den Jahren 2024 und 2025 soll sie die Überwachung verbessern und kritische Unterwasserinfrastruktur in der Ostseeregion besser schützen. Die Fähigkeit der schwedischen Marine zur Seeüberwachung unterstützen die Seefahrzeuge seit Oktober 2026.
Begonnen wurde der Verteidigungskooperationsrahmen Nordefco 2009, beteiligt sind Schweden, Dänemark, Finnland, Island und Norwegen. Er soll die Verteidigungsfähigkeit stärken, gemeinsame Lösungen hervorbringen und die Fähigkeit verbessern, bei Krisen in der Nähe gemeinsam zu handeln.
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