Unterwasserdrohnen bei „Nusret 2026“: Belgiens Marine übt Minenjagd in der Türkei
Vor der türkischen Ägäisküste hat Belgien mit autonomen Unterwasserdrohnen nach Seeminen gesucht. Bei der multinationalen Übung ging es um seichte Gewässer, den Austausch mit Partnermarinen und die Frage, wo Taucher weiterhin gebraucht werden.

Autonome Unterwasserdrohnen für die Minensuche standen im Zentrum dessen, was belgische Marineeinheiten bei der multinationalen Übung „Nusret 2026“ in der Türkei trainiert haben. Schwerpunkte waren die Kooperation mit internationalen Partnern sowie der Kampf gegen Seeminen in besonders seichtem Wasser.
Schauplatz war vom 6. bis 16. Oktober die Gegend um Urla an der türkischen Ägäisküste, wo Marineeinheiten mehrerer Nationen übten. Belgien entsandte dafür sein Very Shallow Water-Team (VSW), das sich auf sehr flache Gewässer spezialisiert hat.
Eingesetzt wurde dabei etwa Remus: Diese autonome Unterwasserdrohne tastet mit Sonarsensoren den Meeresgrund auf verdächtige Objekte hin ab. Mögliche Minen können so geortet werden, ohne dass sich Taucher direkt in Gefahr begeben müssen.
Ein Objekt endgültig zu identifizieren und unschädlich zu machen, liegt allerdings weiterhin bei spezialisierten Kampfmittelräumteams. Gebraucht werden Taucher etwa, um verdächtige Funde näher zu untersuchen oder Minen vor der Sprengung so zu verlagern, dass umliegende Infrastruktur unversehrt bleibt.
Unterwasserdrohnen und Partnermarinen im Austausch
Türkische Spezialisten zeigten ihre Verfahren, um Minen zu neutralisieren, während die belgische Seite Erfahrungen mit der Remus-Drohne beisteuerte. Für den Erfahrungsaustausch nutzten zudem Vertreter der Marinen aus Malaysia, Kuwait und Südkorea die Übung.
Gerade Staaten, deren Seewege strategisch wichtig sind, messen der unbemannten Minenabwehr wachsende Bedeutung bei. So erinnerte ein Vertreter der malaysischen Marine an die Erfahrungen aus der Krise in der Straße von Hormus und betonte, welche Rolle solche Fähigkeiten für die Straße von Malakka spielen.

Auf dem Programm standen außer der eigentlichen Minensuche auch die Verlegung des Geräts, die logistische Unterstützung sowie das Abstimmen multinationaler Einsatzverfahren.
Als wichtigste Lehre bleibt: Das Risiko für Minentaucher lässt sich durch autonome Unterwasserdrohnen deutlich senken. Damit die Minenabwehr gelingt, braucht es aber weiterhin ausgebildete Spezialisten, eingespielte Abläufe und die Kooperation der beteiligten Marinen.
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