Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste
Rift erprobt autonome Drohnenstationen, die nach einem Radaralarm selbst Drohnen losschicken. Der Staat fördert die Tests mit 1,3 Millionen Euro aus „France 2030“. Offen ist noch der spätere Ausbau entlang der Küste Frankreichs.

Vor der französischen Küste beginnt das europäische Unternehmen Rift mit der Erprobung eines neuen Überwachungssystems aus autonomen Drohnenstationen. Geplant ist Aufklärung auf Abruf, gefördert mit 1,3 Millionen Euro: Melden Sensoren verdächtige Aktivitäten, sollen die Drohnen von selbst abheben und binnen weniger Minuten Livebilder senden. Personal vor Ort braucht es dafür nicht.
Angekündigt hat Rift die Reihe praxisnaher Tests seiner autonomen Drohneninfrastruktur auf der Marinemesse Euronaval. Das Geld, 1,3 Millionen Euro, stammt aus dem staatlichen Investitionsprogramm „France 2030”. Erprobt werden soll, wie einsatzfähig ferngesteuerte Drohnen sind, wenn sie von automatisierten Bodenstationen aus abheben und so die vorhandenen maritimen Überwachungssysteme erweitern.
Zwischen dem Erfassen verdächtiger Aktivitäten und ihrer eindeutigen Identifizierung klafft eine Lücke, die das Konzept schließen soll. Ein Küstenradar ortet Schiffe zwar, über Typ, Ladung oder Aktivitäten gibt es aber nicht immer genug Auskunft. An diesem Punkt setzen die Drohnen von Rift an.
Radar erkennt, Drohne startet
Wenn ein Küstenradar oder ein anderer Sensor ein verdächtiges Objekt meldet, lässt sich eine Drohne aus einer Station in der Nähe automatisch losschicken. Das fragliche Seegebiet soll sie in wenigen Minuten erreichen. Von dort überträgt sie hochauflösende Bilder bei Tageslicht oder aus der Wärmebildkamera an eine zentrale Leitstelle.
Danach bleibt die Drohne über längere Zeit am Ziel. Zieht sich der Einsatz in die Länge, löst ein zweites Fluggerät sie ab, damit die Beobachtung möglichst ohne Lücke bleibt.
Als Einsatzgebiete nennt das Unternehmen den Kampf gegen Schmuggel, die Fischereiüberwachung, das Erkennen von Umweltverschmutzungen, die maritime Sicherheit sowie Such- und Rettungsmissionen.
Netz aus Drohnenstationen statt Patrouillenflug
Klassische Patrouillenflugzeuge, Hubschrauber oder größere Langstreckendrohnen sind nicht der Weg von Rift. Das Unternehmen baut stattdessen auf ein dezentrales Netz automatisierter Stationen, in denen jeweils mehrere Fluggeräte bereitstehen und bei Bedarf sofort abheben. So soll die Überwachung rund um die Uhr laufen können.
Für die Steuerung des gesamten Netzes sorgt RiftOS, die Software aus dem eigenen Haus. Mit ihr werden alle Stationen und Drohnen zentral geführt; an den einzelnen Standorten ist dafür kein Personal nötig.
Anders geht Rift auch beim Geschäftsmodell vor. Wer das System nutzt, muss weder eigene Drohnen kaufen noch Kapazitäten für Wartung oder Bedienpersonal schaffen, denn das Unternehmen verkauft die Luftaufklärung als Dienstleistung. Abgerechnet wird nur, was tatsächlich in Anspruch genommen wurde.
Frankreichs Küste als nächstes Ausbaugebiet
Auf den jetzt angekündigten Tests soll ein späterer Ausbau des Systems aufbauen. Vor allem eine standardisierte Architektur für die autonomen Stationen will Rift mit den Mitteln aus France 2030 entwickeln, damit sie an verschiedenen Standorten einsetzbar sind.
Groß ist der Bedarf: Rechnet man die Überseegebiete ein, verfügt Frankreich über eine ausgedehnte ausschließliche Wirtschaftszone.
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