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Industry News

Waffenhändler Springer goes Defence

Der traditionsreiche Wiener Waffenhändler Joh. Springer’s Erben erweitert sein Portfolio in Richtung Defence. Firmenchef Christian Johann Springer im Interview über neue Produkte, unter anderem zur Drohnenabwehr.

©Droneshield
© DroneShield

Herr Springer, Ihr Unternehmen ist in der breiten Öffentlichkeit für Jagdwaffen bekannt. Was war die strategische Überlegung, in den Defence-Bereich zu gehen
Für uns ist es kein neues Thema, denn wir sind seit 200 Jahren thematisch nahe an der Waffe. Wir waren 1980 mit der Erfindung der P80 eng verwoben, hatten viel mit Glock zu tun und haben bei Ausschreibungen im Law-Enforcement-Bereich mitgewirkt. Aus dem zivilen Bereich erhält man immer wieder Anfragen, die den klassischen Dual-Use-Bereich betreffen. Die Netzwerke in den österreichischen Behördenmarkt sind größtenteils vorhanden, auch weil man die Menschen dort vielleicht aus dem zivilen Bereich als Sportschützen kennt.

Wird das unter dem Namen Joh. Springer’s Erben bleiben oder wird es eine eigene Defence-Marke geben?
Da das Projekt erst rund zwölf Monate alt ist, will ich es einmal so belassen. Sämtliche Gewerbeberechtigungen sind im Unternehmen da. Ob man später ein Spin-off oder ein neues Unternehmen macht, lasse ich mir offen. Für den österreichischen Standort ist es aktuell nicht notwendig, eine große Struktur aufzubauen.

Sie bieten seit Kurzem Lösungen zur Drohnenabwehr an. Um welche Systeme handelt es sich?
Das Hauptunternehmen, das wir präsentieren, ist Droneshield. Das ist ein australisches, börsennotiertes Unternehmen, das in den Bereichen Drohnendetektion und Drohnenabwehr im elektronischen Sinne tätig ist. Mit einer sogenannten „Drone Gun” wird versucht, die Drohnen auf den Boden zu bringen, ohne sie explosiv zu vernichten. Darin wird in den nächsten Monaten mein Team geschult und ich möchte den Rollout auf der Dronevation & Defence am 21. Mai 2026 in Wien machen.

Die Drone Gun von Droneshield wehrt Drohnen mittels elektromagnetischer Wellen ab.
Die Drone Gun von Droneshield wehrt Drohnen mittels elektromagnetischer Wellen ab. · © DroneShield

Wie sieht Ihr weiteres Portfolio aus?
Da gibt es noch ein brasilianisches Unternehmen namens Modirum Gespi. Die sind im generellen Defence-Bereich tätig, einerseits mit großen Abfangdrohnen und in der Kamikaze-Version, plus viel im Bereich Munition und Software für KI-getriebene Battlefield-Unterstützung.

Nummer drei ist das bosnische Unternehmen TRB, das hauptsächlich im Bereich gepanzerter Fahrzeuge mit innovativen Aufbauten tätig ist. Als viertes haben wir die Vertretung von SOG (Anmerkung: Son of Gun) aus Polen. Die stellen kostengünstige Drohnen für Abfang, Kamikaze und Aufklärung her. Ich bin auch im Austausch mit der Czechoslovak Group (CSG), konkret mit der amerikanischen Sparte namens CSE. Die sind sehr innovativ und stark am Markt.

Sie agieren dabei als Generalimporteur?
Als Generalimporteur und Systemintegrator für die genannten Hersteller. Wir schauen jetzt, wie der österreichische Markt reagiert. Wir kümmern uns territorial primär um Österreich und im zweiten Schritt sehen wir uns den Rest Europas an.

Das heißt, Sie sprechen auch das Österreichische Bundesheer an?
Am Bundesheer sind natürlich zahlreiche Anbieter interessiert. Mitzumachen ist für mich ein Auftrag seitens der Unternehmen, mit denen wir kooperieren. Es ist viel Gutes am Markt, man wird sehen, wer sich durchsetzt. Unser Fokus geht aber eher in Richtung Energieinfrastrukturbetreiber und Veranstalter. Speziell bei Droneshield ist die Technik niederschwellig und einfach bedienbar. Wir als Österreicher werden uns nicht unmittelbar am Schlachtfeld sehen, sondern eher in der Verteidigung der kritischen Infrastruktur.

Wie haben Sie Ihre Partnerunternehmen ausgewählt?
Ich bin Techniker und komme aus dem Bereich Waffen. Ich habe Firmen online verfolgt, auf Messen kennengelernt und dabei jene mit einem interessanten Produkt und einem verlässlichen Team dahinter herausgepickt.

Haben Sie schon Kunden bei der Drohnenabwehr?
In Österreich noch nicht. Im Ausland gibt es Kunden, aber die kann ich nicht nennen.

Fotocredits

© DroneShield
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