Anti-Drohnen-Munition für Sturmgewehre: CSG-Tochter Fiocchi stellt neue Patrone vor
Statt Schrotflinte oder Spezialsystem genügt das Standardgewehr: Die Anti-Drohnen-Munition von Fiocchi, Teil der Czechoslovak Group (CSG), setzt auf mehrere Wolframkugeln pro Patrone. Getestet wurde mit den italienischen Streitkräften, weitere Kaliber sind geplant.

Eine neue Generation von Anti-Drohnen-Munition, eigens für den Kampf gegen kleine unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) entwickelt, hat Fiocchi, ein Unternehmen des tschechischen Rüstungskonzerns Czechoslovak Group (CSG), präsentiert.
Gedacht ist sie in erster Linie gegen kleine kommerzielle oder improvisierte Drohnen, die auf modernen Gefechtsfeldern immer häufiger zu sehen sind. Herkömmliche Luftabwehrsysteme eignen sich oft nicht für kostengünstige, tief fliegende Drohnen. Die Fiocchi-Munition gibt Soldaten dagegen eine einfache, sofort verfügbare Möglichkeit, sich individuell zu verteidigen.
Viele vorhandene Lösungen arbeiten mit Schrotflinten oder spezialisierten Systemen. Die Fiocchi-Munition ist dagegen auf standardisierte Sturmgewehre ausgelegt, sodass Soldaten ohne Zusatzausrüstung und ohne besondere Schulung auf Bedrohungen durch Drohnen reagieren können.
Dahinter steht ein Mehrprojektil-Konzept: Hat die Patrone den Gewehrlauf verlassen, gibt sie mehrere Wolframkugeln frei. Kleine, schnelle UAVs werden so mit höherer Wahrscheinlichkeit getroffen, und die kontrollierte Wirkung senkt zugleich das Risiko von Kollateralschäden – gerade in komplexen oder urbanen Einsatzgebieten.
Petr Marijczuk, CEO der CSG Ammo+ Division, erklärte: „Die zunehmende Verbreitung kleiner Drohnen hat das Gefechtsfeld grundlegend verändert. Streitkräfte suchen zunehmend nach einfachen, sofort verfügbaren Lösungen, die auf individueller Ebene eingesetzt werden können. Indem wir die Anti-Drohnen-Fähigkeit direkt über Standardgewehre bereitstellen, schließen wir eine der dringendsten operativen Lücken, die in jüngsten Konflikten identifiziert wurden”.
Einsatzbereiche und Tests der Anti-Drohnen-Munition
Vorgesehen ist die Munition typischerweise für den direkten Schutz von Truppen, Patrouillen und Konvois sowie für die Verteidigung vorgeschobener Stellungen und kritischer Infrastruktur. Nutzen können sie auch Polizeikräfte in städtischer Umgebung.
Entwickelt wurde die neue Munition in enger Kooperation mit den italienischen Streitkräften; getestet haben sie Spezialeinheiten und die italienische Armee. In realistischen Einsatzszenarien wurde das Produkt außerdem validiert und seine Wirksamkeit gegen kleine UAV-Ziele bestätigt. Derzeit bereitet Fiocchi Markteinführung und Serienproduktion vor und arbeitet zudem daran, das Konzept auf weitere Kaliber auszuweiten.
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© Gábor OrbánWeiterlesen

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