Drohnenabwehr für Ägypten: Russland bietet Kairo das Bizon-System an
Russland will Ägypten bei der Drohnenabwehr mit dem Nahbereichssystem Bizon ausstatten – kurz nachdem eine Drohne im Hafen Damietta zwei Schiffe in Brand gesetzt hat. Stückzahlen, Preis und Liefertermin bleiben offen, ein Auftrag ist nicht bekannt.

Russland bringt sich bei der Drohnenabwehr Ägyptens ins Spiel: Moskau hat Kairo das für den Nahbereich ausgelegte System Bizon angeboten – nur wenige Wochen nach dem Drohnenangriff auf den ägyptischen Hafen Damietta. Zu Stückzahlen, Kosten oder Lieferterminen gibt es bislang keine Angaben.
Entwickelt hat Bizon das Unternehmen High-Precision Systems, eine Tochter des russischen Staatskonzerns Rostec. In Russland selbst trägt das System die Bezeichnung Zubr; Bizon ist dessen Exportversion. Erkennen, verfolgen und bekämpfen soll es in erster Linie kleine und tief fliegende Drohnen.
Zu diesem Zweck verbindet Bizon eigene Sensorik mit 7,62-Millimeter-Maschinengewehren des Typs PKT. Ziele erfasst und verfolgt das System weitgehend automatisiert; ob bekämpft wird, entscheidet nach Herstellerangaben weiterhin der Bediener. Betrieben werden kann es sowohl vernetzt mit externen Aufklärungssystemen als auch eigenständig. Rostec spricht von einer Art „letzte Verteidigungslinie” gegen Drohnen, die an vorgelagerten Abwehrsystemen bereits vorbeigekommen sind.
Zwei Schiffe in Damietta in Brand
Für Ägypten fällt das russische Angebot in eine sensible Phase. Beim Drohnenangriff auf den Mittelmeerhafen Damietta am 29. Juli geriet das schwimmende Speicher- und Regasifizierungsschiff „Energos Winter” ebenso in Brand wie der LNG-Tanker „GasLog Salem”. Verletzt wurde niemand.
Der Hafen gehört zu den wichtigen Standorten der ägyptischen Energieinfrastruktur. Dass Trümmer einer Drohne geborgen wurden, bestätigte die Regierung in Kairo später; woher sie stammen, wird untersucht. Seither steht die Frage im Raum, wie sich kritische Infrastruktur besser vor kleinen und tief fliegenden Drohnen schützen lässt.
Drohnenabwehr aus mehreren Quellen
Um Aufträge für Drohnenabwehrsysteme in Ägypten wirbt Russland schon seit Jahren. Eine Lizenzproduktion des russischen Zashchita-Systems vereinbarten beide Länder Ende 2023; danach stellte Moskau in Ägypten weitere Lösungen vor, darunter das SERP-VS6.
Auf russische Technologie allein verlässt sich Kairo jedoch nicht. Mit dem DJ-400 arbeitet Ägypten an einer eigenen Lösung, und zuletzt kam das elektromagnetische Hochleistungssystem SkyWolf von Diehl Defence zur ägyptischen Drohnenabwehr hinzu.
Bizon würde Ägyptens zunehmend diversifizierte Abwehr gegen Drohnen um einen weiteren Baustein ergänzen. Mehr als ein russisches Angebot liegt bislang allerdings nicht vor; ein Auftrag wurde nicht bekannt gegeben.
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