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Counter-UAS

Drohnenabwehr für Belgien: Cobbs Belux, Anduril Industries und Nokia gründen Konsortium

Militärische Standorte und kritische Infrastruktur im ganzen Land sollen besser gegen Drohnen geschützt werden. Dafür bündeln drei Unternehmen autonome Verteidigungstechnologie und sichere Kommunikation zu einer softwarezentrierten Drohnenabwehr, die in Belgien entworfen und betrieben wird.

Cobbs, Anduril and Nokia build drone defense in Belgium
© Anduril

Ein gemeinsames Konsortium für Drohnenabwehr (C-UAS) in Belgien haben Cobbs Belux, Anduril Industries und Nokia Belgien kürzlich angekündigt. Es soll fortschrittliche Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge entwickeln und einsetzen. Landesweit will die Initiative militärische Standorte und kritische Infrastruktur schützen und zugleich die Verteidigungsfähigkeiten Belgiens und Europas stärken.

In der Zusammenarbeit führen die Unternehmen autonome Verteidigungstechnologie mit fortschrittlicher, sicherer Kommunikationsinfrastruktur zusammen. Das Ergebnis soll eine nachhaltige C-UAS-Fähigkeit sein, die in Belgien selbst entworfen, entwickelt und betrieben wird und sich im Gleichschritt mit neu entstehenden Bedrohungen weiterentwickeln kann. In einer Presseaussendung heißt es dazu:

Dieser Ansatz unterstützt langfristige technologische Resilienz, treibt kontinuierliche Innovation voran und stärkt das nationale verteidigungsindustrielle Ökosystem— Presseaussendung des Konsortiums

Neue Bedrohungslage für Militärbasen

Früher galt die Verteidigung von Militärbasen vor allem Flugzeugen und Raketen. Zunehmend sind sie nun kleinen, kostengünstigen und autonomen Luftsystemen ausgesetzt, die Sensor- oder Wirktechnologie an Bord haben und häufig Echtzeitüberwachung betreiben oder massive Störungen auslösen können. Diese Systeme verändern sich rasch: Gegner passen deren Flugprofile, Frequenzen, Schwarmverhalten und Taktiken schneller an, als herkömmliche Beschaffungszyklen nachziehen können.

Nach Mitteilung des Konsortiums kann eine robuste C-UAS-Lösung daher keine einmalige Lösung sein. Gefragt sei vielmehr ein grundlegend neuer Ansatz, wie Verteidigungsfähigkeiten entworfen, eingesetzt und aktualisiert würden. Brian Moran, Vice President Europe bei Anduril Industries, sagte:

Anduril setzt seit 2019 softwaredefinierte Drohnenabwehrsysteme in realen Einsatzumgebungen ein und entwickelt sie kontinuierlich weiter. Das Konsortium bringt diese Erfahrung für Belgien ein und schafft eine Fähigkeit, die lokal kontrolliert, kontinuierlich aktualisiert und darauf ausgelegt ist, der Bedrohung voraus zu sein— Brian Moran, Vice President Europe bei Anduril Industries

Softwarezentrierte Drohnenabwehr mit menschlicher Kontrolle

Weil die Lösung des Konsortiums softwarezentriert aufgebaut ist, soll sie auf neue Drohnenbedrohungen rasch reagieren können. Herzstück ist eine Intelligenzschicht für Führung und Steuerung (C2). Sie unterstützt eine hochentwickelte Datenfusion in Echtzeit, die Sensordaten aus mehreren Quellen – Radar, optische, Hochfrequenz- (HF) und akustische Sensoren – zu einem einheitlichen Lagebild mit autonomer Klassifizierung zusammenführt. Über die C2-Komponente kann ein einzelner Bediener mehrere Drohnenabwehrsysteme steuern; kritische Entscheidungen bleiben dabei unter menschlicher Kontrolle.

Das System nutzt die von Nokia unterstützten Kommunikationsnetze der belgischen Verteidigung. Sensoren, Effektoren und Kommunikationskomponenten werden so zu einer kohärenten, geschichteten Verteidigung verbunden, die den Anforderungen der NATO zur Drohnenabwehr entspricht. Dank modularer, skalierbarer Architektur lassen sich neue Fähigkeiten hinzufügen, auch über Nokias umfangreiche Dual-Use-F&E-Einrichtungen in Belgien und Europa. Auf diese Weise soll die Einsatzbereitschaft in sich wandelnden Bedrohungsumgebungen gesichert bleiben.

Michaël Rummens, CEO von Cobbs Belux, ordnet das Vorhaben so ein:

Für Cobbs geht es dabei um weit mehr als nur Technologie. Es geht darum sicherzustellen, dass Belgien über souveräne Mittel verfügt, um sein eigenes Territorium zu schützen— Michaël Rummens, CEO von Cobbs Belux

Fotocredits

© Anduril
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