Drohnenabwehr in Belgien: Verteidigungsministerium sucht langfristige Industriepartner
Statt ein einzelnes System zu kaufen, will Belgien seine Drohnenabwehr dauerhaft gemeinsam mit der Industrie weiterentwickeln. Die Ausschreibung setzt auf nationale Beteiligung – Angebote sind bis 11. Mai 2026 möglich.

Unbemannte Systeme werden rasant zur größeren Bedrohung, und Europas Streitkräfte geraten dadurch stärker unter Zugzwang. Für den Aufbau einer langfristigen Fähigkeit zur Drohnenabwehr hat das belgische Verteidigungsministerium nun eine Ausschreibung zu einer Counter-Unmanned Aerial System (CUAS)-Fähigkeit veröffentlicht.
Anders als bei herkömmlichen Beschaffungsvorhaben geht es nicht bloß darum, ein einzelnes System zu erwerben. Belgien strebt vielmehr eine dauerhafte Partnerschaft mit Industrie und Technologieanbietern an. Über sie soll sich die Drohnenabwehr der belgischen Streitkräfte fortlaufend weiterentwickeln und auf neue Bedrohungen einstellen lassen.
Der Grund liegt im hohen Tempo der Drohnentechnik: Drohnen werden laufend leistungsfähiger, billiger und vielseitiger, und auch die Gegenmittel wandeln sich sehr schnell. Belgien will mit dem neuen Modell erreichen, dass seine CUAS-Fähigkeiten ständig auf dem aktuellen Stand bleiben und sich neue Technologien zügig einbinden lassen.
Nationale Industrie im Zentrum der Drohnenabwehr
Großes Gewicht legt die Ausschreibung zudem darauf, die heimische Industrie eng einzubinden. Innovation, Systemintegration und Wartung über lange Zeit sollen so im Land verankert werden. Angestrebt wird ein nachhaltiges Ökosystem für die Abwehr von Drohnen statt der bloßen Beschaffung einzelner Systeme.
Damit folgt Belgien einem Trend, der sich in der NATO und in Europa insgesamt abzeichnet: Einmalige, klassische Beschaffungsprojekte verlieren an Bedeutung, während immer mehr Staaten auf flexible Industriepartnerschaften mit langem Horizont setzen, um mit der technologischen Dynamik moderner Bedrohungen mitzuhalten.
Bis zum 11. Mai 2026 haben Unternehmen Zeit, ihre Angebote für das Programm einzureichen.
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