Drohnenabwehr per Schrotmunition: CSG entwickelt mit US-Partnern das autonome System Swarmshot
Mit Schrotmunition aus der Luft gegen kleine, kostengünstige Drohnen: Für die Drohnenabwehr bündelt CSG mit Mossberg und Palladyne AI Munition, Waffenmodul und Schwarmsoftware. Zeitplan, Kunden und Finanzierung des Projekts Swarmshot sind noch offen.

Ein neues autonomes Drohnenabwehrsystem entwickelt die tschechische Industriegruppe Czechoslovak Group (CSG) zusammen mit den US-Unternehmen O.F. Mossberg & Sons und Palladyne AI. Beim Projekt Swarmshot bringt der tschechische Rüstungskonzern seine Erfahrung mit spezieller Munition über Federal Ammunition ein – das Unternehmen gehört zu The Kinetic Group, der amerikanischen Munitionssparte von CSG.
Verbunden werden sollen ein leichtes Waffenmodul, spezielle Munition und autonome Technologien. Am Ende sollen wiederverwendbare unbemannte Plattformen stehen, die gegnerische Drohnen eigenständig erkennen und bekämpfen. Swarmshot folgt dabei einem modularen Konzept, mit dem es sich in verschiedene geeignete Drohnenplattformen integrieren lassen soll.
Gremlin-X als erste Plattform
Zunächst entsteht das System für Gremlin-X, eine Quadrokopter-Plattform von Palladyne AI. Diese Drohne der Kategorie Group 1 ist auf präzise Einsätze mit leichter Nutzlast ausgelegt. Dank modularer Bauweise soll sich dieselbe Plattform sowohl gegen Bodenziele als auch in der Drohnenabwehr einsetzen lassen. Ist die Qualifizierung abgeschlossen, soll Swarmshot auch anderen Herstellern als Integrationspaket angeboten werden.
Im Kern kombiniert das System mehrere Komponenten. Federal Ammunition entwickelt eine spezielle Schrotmunition gegen unbemannte Flugziele. Von Mossberg kommt ein leichtes Waffenmodul, das eigens für den Einsatz auf Drohnen ausgelegt ist. Palladyne AI wiederum ist für autonome Steuerung, Avionik und Schwarmkoordination zuständig.
Mit der Technologie von Palladyne AI können mehrere unbemannte Systeme zusammenarbeiten. Per Software SwarmOS tauschen Drohnen Informationen aus, verteilen Aufgaben untereinander und reagieren gemeinsam, wenn sich die Lage ändert. Über den Einsatz der Bewaffnung entscheidet aber weiterhin der Bediener.
Wiederverwendbare Ergänzung der Drohnenabwehr
Gedacht ist Swarmshot als wiederverwendbare Ergänzung bereits vorhandener Drohnenabwehrsysteme. Hintergrund: Kleine, kostengünstige Drohnen werden zu einer immer größeren Herausforderung, und sie mit klassischen Lenkflugkörpersystemen zu bekämpfen, kann wirtschaftlich problematisch sein. Deshalb soll das System gegnerische Drohnen aktiv aufspüren und aus der Luft bekämpfen, ehe sie kritische Ziele erreichen.
Infrage kommt es unter anderem zum Schutz militärischer Einheiten, von Flugplätzen, Gefechtsständen, logistischen Einrichtungen, Schiffen und weiterer kritischer Infrastruktur. Für die erste Entwicklungsphase geplant sind Munitionstests, die Integration des Waffenmoduls, Untersuchungen zur Belastung durch den Rückstoß sowie Flug- und Schießversuche mit scharfer Munition.
Nach der Qualifizierung soll Swarmshot als komplettes Integrationspaket erhältlich sein – mit Munition, Waffenmodul, autonomer Software, Feuerleitelektronik und den nötigen Schnittstellen. Zu Zeitplan, möglichen Kunden oder den finanziellen Rahmenbedingungen des Projekts gibt es bislang keine veröffentlichten Angaben.
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