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Counter-UAS

Drohnenabwehr an der Ostgrenze: Estland installiert erste Systeme an der Grenze zu Russland

Zwischen dem Dreiländereck Estland-Lettland-Russland und Luhamaa sind die ersten Anlagen zur Drohnenerkennung und Drohnenabwehr in Betrieb. Bis Jahresende soll die gesamte Grenze zu Russland abgedeckt sein.

Estland rüstet Grenze zu Russland auf
© news.err.ee

Am ersten Abschnitt der estnischen Ostgrenze zu Russland hat die Polizei- und Grenzschutzbehörde (PPA) des baltischen Landes fest installierte Systeme zur Erkennung und Überwachung von Drohnen eingerichtet. Wie das estnische Innenministerium mitteilt, stehen erste Systeme der Drohnenabwehr bereits an drei Abschnitten der südöstlichen Landgrenze zwischen dem Dreiländereck Estland-Lettland-Russland und dem Grenzübergang Luhamaa. Vollständig abgedeckt sein soll die gesamte Grenze zu Russland bis Jahresende.

Estlands Innenminister Igor Taro erklärte dazu:

Die ersten Systeme sind bereits installiert und betriebsbereit. Das ist natürlich erst der Anfang: Wir arbeiten auf ein landesweites Drohnenüberwachungsnetz hin, aber dieser Schritt zeigt, dass die bisherigen Vorbereitungen Früchte getragen haben. Jüngste Vorfälle mit Drohnen zeigen, dass wir die Bedrohungen bei der Planung unserer Kapazitäten realistisch eingeschätzt und fundierte Entscheidungen getroffen haben. Unsere Ostgrenze ist gut geschützt, und unsere verbesserten Drohnenkapazitäten werden das Sicherheitsgefühl in ganz Europa stärken— Igor Taro, Innenminister Estlands
Estland rüstet Grenze zu Russland auf
Bis Jahresende soll die komplette Grenze zu Russland mit Drohnenerkennungs- und -überwachungssystemen ausgestattet sein. · © news.err.ee

Über die Entwicklungsarbeiten an der Ostgrenze im Gebiet „Saatse Boot” und über die Überwachungssysteme, die entlang des Flusses Piusa installiert werden, ließ sich Taro informieren. Vorgestellt wurden von der PPA außerdem neue mobile Überwachungssysteme für Gebiete, in denen zusätzliche Überwachung nötig ist. Estnische Medien zitierten Taro mit der Überzeugung, dass „sich die Fähigkeiten zur Grenzüberwachung von Tag zu Tag verbessern”, dass die Arbeit „voranschreitet” und dass der Grenzschutz „immer robuster wird”.

Mehrschichtige Sensorik für die Drohnenabwehr

Vor Ort setzen die Systeme auf eine Kombination mehrerer Sensortechnologien, die einander ergänzen. Auf große Entfernungen erkennt das Radar Ziele, elektrooptische/infrarote Kameras (EO/IR) dienen der visuellen Identifizierung und Verfolgung. Hochfrequenz-Sensoren (HF) wiederum analysieren Funkfrequenzemissionen und können so Drohnen samt ihren Betreibern erkennen und orten. Weil kein einzelner Sensortyp als ausreichend für alle Einsatzszenarien gilt, kommt dieser mehrschichtige Ansatz bei Systemen der Drohnenabwehr (C-UAS) immer öfter zum Einsatz.

Estland rüstet Grenze zu Russland auf
Mehrere Sensortypen werden kombiniert, damit auch wirklich jede Drohne erfasst wird. · © Kyivpost.com

Estland hat bereits umfassend in Infrastruktur zur Drohnenüberwachung investiert, darauf baut der Einsatz an der Grenze auf. So gab das estnische Unternehmen HexTech Solutions Anfang dieses Jahres bekannt, ein nationales Netzwerk zur Drohnenerkennung in mehr als 25 Städten in Betrieb genommen zu haben, das den Luftraum in geringer Höhe kontinuierlich überwacht.

Neben der Überwachung über Remote-ID-Systeme nutzt dieses Netzwerk weitere Technologien wie HF-Erkennung, Radar, Videokameras und akustische Sensoren. Die Behörden können damit Drohnen verfolgen, die sich an die Vorschriften halten, aber auch solche, die das nicht tun. Mehr als 100.000 Drohnenerfassungen hat das System laut HexTech bereits registriert.

Wird eine Drohne in Grenznähe entdeckt, geht eine Meldung an die estnischen Streitkräfte. Wer reagiert, hängt dann vom Typ des Fluggeräts und von der Einschätzung der Bedrohung ab. Elektronische Gegenmaßnahmen kann die PPA einsetzen; bei einer Angriffsdrohne oder einer anderen eindeutig militärischen Bedrohung würde dagegen die estnische Armee die Führung übernehmen.

Fotocredits

© news.err.ee · © Kyivpost.com
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