Drohnenabwehr aus Österreich: GuardAero APS1 schützt Militärfahrzeuge im Nahbereich
Aus dem Sieg beim ADIC-Hackathon wurde ein Forschungsprojekt mit BMLV und Bundesheer: Das Grazer Start-up GuardAero hat seine Drohnenabwehr APS1 in Live-Fire-Tests erprobt. Als Nächstes stehen Fahrzeugintegration, Marktreife bis 2027 und eine weitere Finanzierungsrunde an.

Alle Streitkräfte richten den Blick auf Drohnenabwehr – so auch das Österreichische Bundesheer. Einen riesigen Fortschritt hat dabei GuardAero erzielt, ein österreichisches Start-up, das gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium (BMLV) ein Forschungsprojekt betreibt: Sein System GuardAero „APS1” erkennt Drohnen, schießt auf sie und trifft sie. Als Nächstes stehen weitere bedeutsame Schritte an.
Den Ausgangspunkt bildete die Premiere der Austrian Defence Innovation Conference (ADIC), Schauplatz war im Jänner 2025 der Lakeside Science & Technology Park in Klagenfurt. Rund 300 Teilnehmende aus Forschung, Wirtschaft und Militär trafen sich dort zum Hackathon.

Den Sieg holte sich GuardAero, ein Defence-Tech-Start-up aus Graz, mit „APS1”, einem autonomen, fahrzeugunabhängigen und aktiven Schutzsystem gegen Drohnen. Seither ist für Lukas Kerschdorfer, den CEO, die Zeit nur so verflogen. Daraus erwuchs zusammen mit BMLV und Österreichischem Bundesheer ein Forschungsprojekt, das konkret auf ein aktives Schutzsystem zielt, mit dem militärische Fahrzeuge im Nahbereich gegen Drohnenangriffe geschützt werden. Mittlerweile zählt das Team eine zweistellige Zahl an Personen; die Schwerpunkte bilden Systementwicklung sowie die Entwicklung von Soft- und Hardware.
Live-Fire-Tests im Osten Österreichs
Wie das System im realen Test arbeitet, zeigt ein LinkedIn-Video, das erst wenige Tage alt ist. Schauplatz war ein staubiger Feldweg in Ostösterreich: Dort hat GuardAero APS1 inzwischen mehrere Live-Fire-Tests erfolgreich absolviert.
Kerschdorfer ordnet das so ein: „Die ADIC hat gezeigt, wie Verteidigungsinnovation funktionieren kann: Aus dem Wettbewerb des BMLV wurde ein Projekt mit dem Bundesheer für eine neue Schutzfähigkeit. Mit unserem Team bauen wir in Österreich die Systemkompetenz auf, die es braucht, um Militärfahrzeuge im Nahbereich gegen Drohnenangriffe zu schützen.”
Privates Kapital für Entwicklung und Integration
Finanziert wird das Projekt mit privatem Kapital in niedriger siebenstelliger Höhe. Das Geld geht insbesondere in die Fahrzeugintegration, die Entwicklung und die Erprobung. Gleichzeitig forscht GuardAero zusammen mit Bundesheer und BMLV, an der Integration arbeitet das Unternehmen mit Defence-Unternehmen und Fahrzeugherstellern aus Österreich und dem Ausland.

Dazu Kerschdorfer: „Kapital allein schafft noch keine militärische Fähigkeit. Entscheidend ist, dass Finanzierung, Bedarfsträger und Industrie gemeinsam aus Technologie eine Fähigkeit machen. Diese Struktur haben wir heute. Unser aktives Schutzsystem ist die Last Line of Defence: Wenn eine Drohne andere Schutzschichten durchbrochen hat, braucht das Fahrzeug eine Fähigkeit, die sie abwehrt. Genau dafür ist unser System entwickelt”.
So funktioniert die Drohnenabwehr von GuardAero APS1
GuardAero APS1 dient als aktives Schutzsystem, das militärische Fahrzeuge im Nahbereich vor Drohnenangriffen bewahren soll. Die gesamte Kill-Chain – beginnend bei der Detektion und endend mit der Neutralisierung der Bedrohung – ist im System abgebildet. Am Ende der Kette steht derzeit ein kinetischer Effektor auf Schrotbasis. Auf diese Weise ergänzt GuardAero APS1 vorhandene Schutzschichten.
Ist die grundlegende Funktionsentwicklung erledigt, rückt nun die Integration in Fahrzeuge in den Vordergrund. Bis 2027 will GuardAero das System zur Marktreife bringen, sodass es breit in Fahrzeugflotten eingebaut werden kann. Für diesen Schritt und die nächste Phase von Wachstum und Industrialisierung bereitet das Unternehmen eine zusätzliche Finanzierungsrunde vor.
Abschließend unterstreicht Kerschdorfer: „Österreich und Europa brauchen eigene technologische Antworten auf die Bedrohungen unserer Zeit. Unser Beitrag dazu wird in Österreich entwickelt und gefertigt. Der Anspruch ist, diese Fähigkeit gemeinsam mit der Industrie auf die Fahrzeuge zu bringen, um jene zu schützen, die uns schützen.”
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