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Counter-UAS

Drohnenabwehr aus der Luft: Hubschrauber gewinnen gegen Kamikazedrohnen an Bedeutung

Ob US-Navy über dem Roten Meer, französische Marine oder ukrainische Streitkräfte: Hubschrauber holen Drohnen vom Himmel. Was die Drohnenabwehr mit Bordschützen ausmacht – und womit das Bundesheer gegen langsame Ziele gerüstet ist.

Abschuss einer Drohne von einem Helikopter aus
© Archiv

Wie das Internetjournal „The Warzone” am 16. Jänner berichtete, hat erstmals ein Hubschrauber vom Typ MH-60 Seahawk der US-Navy eine Drohne abgeschossen. Der Einsatz zur Drohnenabwehr fand über dem Roten Meer statt; gestartet hatten die abgeschossene Drohne die Huthi-Milizen im Jemen.

Bereits im März des Vorjahres hatte ein französischer Marinehubschrauber – ein AS565 Panther der Fregatte Alsace – über dem Roten Meer eine Huthi-Drohne mit seinem 7,62-Millimeter-Maschinengewehr abgeschossen. Auch die Ukraine nutzt in ihrem Abwehrkampf gegen Russland Helikopter mit Erfolg gegen sogenannte „Slow Moover”.

EUNAVFOR ASPIDES ???????? | Interception par l’hélicoptère de la frégate ???????? d’un drone aérien en provenance du Yémen menaçant le trafic maritime civil en mer Rouge.
➡️ La priorité: assurer la liberté de navigation et la sûreté maritime de Suez à Ormuz https://t.co/pJjwPK2c8b pic.twitter.com/KQ8DD17hRL

In dieser Woche wurde das jüngste Video veröffentlicht. Darauf schießt ein ehemals afghanischer Mi-17-Hubschrauber eine Langstrecken-Kamikazedrohne vom Typ Geran-II (Shahed-136) ab.

Shahed kamikaze drone chased and intercepted by Mi-17 of the Armed Forces of Ukraine which was transferred by the United States. The helicopters were previously designated for the Air Force of Afghanistan, the desert camouflage remains on the helicopter as a reminder of this. https://t.co/ZG4IK1CM5U pic.twitter.com/ACdfGfcf3g

Welch entscheidende Rolle die Bordschützen bei Abfangeinsätzen spielen, belegt ein weiteres ukrainisches Video aus dem Herbst. Der Pilot steuert den Hubschrauber nahezu in Formation neben die Drohne, während der Bordschütze gezielt auf deren Antrieb feuert. Ein Treffer am Bug wäre besonders gefährlich, denn dort sitzt der etwa 30 Kilogramm schwere Gefechtskopf – detoniert dieser in der Nähe des Hubschraubers, wäre das extrem riskant.

Zum Konzept gehört außerdem eine klare Trennung der Einsatzzonen: Hubschrauber operieren vor der Fliegerabwehrzone, die bodengebundene Fliegerabwehr steht eher nahe den Prioritätszielen. Abgeschossen wird zudem stets über unbewohntem Gebiet, damit die Drohne auf unbesiedeltem Territorium abstürzt.

Russische Quellen meldeten für Jänner 2025 insgesamt 2.599 Starts gegen Ziele in der Ukraine – mit Drohnen vom Typ Geran-II sowie mit den Täuschkörper-Drohnen Gerber und Parodie. Mittlerweile wiegen deren Gefechtsköpfe bis zu 100 Kilogramm, die Reichweiten reichen von einigen hundert bis zu 2.000 Kilometern. Angegriffen werden vor allem Flächenziele wie Kraftwerke, Umspannwerke und weitere kritische Infrastrukturen.

Drohnenabwehr beim Bundesheer: „Slow Moover“ im Blick

In Österreich richtet sich die mediale Aufmerksamkeit bei der Luftraumüberwachung traditionell auf die Abfangjäger. Langsame und/oder bodennahe Luftziele hat das Bundesheer dennoch nie vernachlässigt.

Trainiert wurde der scharfe Einsatz gegen diese Zielkategorie schon damals, wie ein Video aus dem Jahr 2018 zeigt – also nicht erst, seit der Kamikaze-Drohnenkrieg weltweit aufgekommen ist.

Ein Teil der umfangreichen Erfahrung stammt aus „Daedalus”, der jährlichen Luftraumsicherungsoperation zum Schutz des Weltwirtschaftsforums in Davos.

OH-58 mit österreichischen Hoheitszeichen
Der komplexe, schwer einsehbare Luftraum, die oft schnell wechselnde Wetterlage und die notwendige, koordinierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Schweiz schaffen ideale Bedingungen, um Kenntnisse und Fähigkeiten auf hohem Niveau zu erhalten. · © Bundesheer

Gegen niedrig und langsam fliegende Ziele kann das Bundesheer vor allem folgende Luftfahrzeuge einsetzen:

  • Pilatus PC-7 mit Behältern für 12,7-Millimeter-Maschinengewehre
  • Bell OH-58 mit 7,62-Millimeter-Revolverkanone
  • Sikorsky S-70A42 Black Hawk mit 7,62-Millimeter-Maschinengewehren
  • künftig auch Leonardo AW169 Lion mit 7,62-Millimeter-Maschinengewehren und Behältern für 12,7-Millimeter-Maschinengewehre

Fotocredits

© Archiv · © Bundesheer
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