Drohnenabwehr: Niederlande rüsten Soldaten mit eAAAD-Toolbox gegen kleine Drohnen aus
Zielgeräte, Störsender und Hochfrequenzsensoren: Mit der eAAAD-Toolbox will das niederländische Verteidigungsministerium die Drohnenabwehr der eigenen Truppe rasch stärken. Investiert werden zwischen 50 und 250 Millionen Euro.

Die Drohnenabwehr soll in den Niederlanden schneller ausgebaut werden: Wegen der akuten und wachsenden Bedrohung durch Drohnen will das Verteidigungsministerium zügiger in die Abwehr unbemannter Luftfahrzeugsysteme (UAS) investieren. Das sei nötig, um die Sicherheit der Militärangehörigen gewährleisten zu können, schrieb Verteidigungsstaatssekretär Gijs Tuinman an das Repräsentantenhaus.
In dem Schreiben legt Tuinman die Bedarfsanalyse für das Projekt „Acquisition eAAAD Toolbox” dar. Ziel ist der Aufbau von Fähigkeiten für die erweiterte All Arms Air Defence (eAAAD), deren Schwerpunkt der Selbstschutz gegen kleinere Drohnentypen ist – also gegen Fluggeräte mit bis zu 20 Kilogramm Gewicht und einer Reichweite von mindestens 1.000 Meter.
Erhalten die Soldaten zusätzliche Hilfsmittel wie einfache persönliche Sensoren, lässt sich die Bedrohung durch Drohnen schneller erkennen und abwehren. Auf diese Weise soll eAAAD es ihnen ermöglichen, sich selbständig zu verteidigen, ohne dass spezialisierte Flugabwehreinheiten eingreifen müssen.
Wenig Mittel gegen eine wachsende Gefahr
Dass Drohnen eine akute und wachsende Bedrohung darstellen, belegen die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und in der Ukraine. Auch in den Niederlanden hat man das registriert und will sich nun besser darauf einstellen. Bislang verfügt der Verteidigungsbereich dafür nur über sehr begrenzte Ressourcen: Die Einheiten sind weitgehend auf persönliche Waffen oder verfügbare Standardwaffensysteme angewiesen, deren Trefferwahrscheinlichkeit gegen kleine, hochmobile Drohnen zudem begrenzt ist.
Im Schreiben an das Repräsentantenhaus hebt der Staatssekretär deshalb hervor, dass rasch mehr Kapazitäten gebraucht werden – vor allem für jene niederländischen Einheiten, die an der Ostflanke der NATO im Einsatz sind. Die Verträge für diese Systeme will das Verteidigungsministerium im ersten Quartal dieses Jahres abschließen.
Drei Bausteine für die Drohnenabwehr der Truppe
Die geplante eAAAD-Toolbox setzt sich aus drei Systemen zusammen, die einander ergänzen. Mit ihnen sollen sich die Militärangehörigen eigenständig verteidigen können:
- Elektro-optische Zielgeräte für persönliche Waffen sollen die Treffsicherheit gegen kleine Drohnen auf eine Entfernung von mindestens 200 Meter erhöhen.
- Leichte, tragbare Störsender stören mit einer Reichweite von mehr als 1.000 Meter die Signale feindlicher unbemannter Systeme.
- Das dritte System dient der Drohnendetektion: Tragbare Sensoren für Hochfrequenz (HF) helfen, gegnerische unbemannte Systeme in einer Entfernung von mindestens 1.000 Meter zu erkennen.
Budget und Zeitplan
Zwischen 50 und 250 Millionen Euro sind für die eAAAD-Toolbox zu investieren. Darüber hinaus stellt das Verteidigungsministerium Mittel bereit, um die eAAAD-Ausrüstung nach zehn Jahren durch die dann neueste Technologie zu ersetzen. Abgeschlossen werden soll der Vertrag, wie schon erwähnt, im ersten Quartal 2025; das Projektende ist nach derzeitigem Stand für 2028 vorgesehen. Kurz nach Vertragsabschluss sollen bereits die ersten Systeme geliefert werden, die dann sofort einsatzbereit sind.
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