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Drohnenabwehr aus Russland: Bison und Pantsir SMD-E auf der El Alamein Airshow 2026

Drohnenabwehr „kampferprobt“: In Ägypten zeigte Rosoboronexport/Rostec das erstmals international präsentierte MG-System TKB-1167 Bison sowie den raketenbewaffneten Pantsir SMD-E. Abnehmer werden im Nahen Osten, in Asien und Afrika gesucht, Exporterfolge gibt es bislang keine.

Bison and Pantsir: This is how Russia shoots down Ukrainian drones
© Unmanned Magazine/Rosenkranz

Mit dem Prädikat „kampferprobt” versehen, zeigte Russland auf der Internationalen Luftfahrtmesse El Alamein 2026 seine aktuellen bodengestützten Flugabwehrsysteme – darunter Lösungen für die Drohnenabwehr.

Austragungsort der El Alamein International Airshow 2026 war von 8. bis 10. September der Flughafen El Alamein in Ägypten. Den zahlreichen Fachbesuchern stellte die russische Rüstungsexportagentur Rosoboronexport/Rostec dort auch die neuesten Flugabwehrsysteme des Landes vor. Zu sehen waren damit jene Systeme, mit denen Russland nach eigenen Angaben Tag für Tag Hunderte ukrainische Drohnen abfängt.

Bison: Maschinengewehre als letzte Linie der Drohnenabwehr

Das jüngste Mitglied der Flugabwehrfamilie ist TKB-1167 Bison, ein Nahbereichsverteidigungssystem gegen unbemannte Luftfahrzeuge (UAV). In Ägypten wurde es erstmals international vorgestellt. In der Systembeschreibung heißt es:

„Das Bison-System ist für die Bekämpfung kleiner, tief fliegender Luftziele konzipiert, die für herkömmliche Flugabwehrsysteme schwer zu bekämpfen sind. Zur Bekämpfung dieser Ziele werden vier PKT-Maschinengewehre im Kaliber 7,62 × 54 Millimeter eingesetzt. Das System erkennt und erfasst die Drohnen automatisch und übermittelt die Zieldaten an den Bediener. Der Bediener entscheidet dann lediglich über die Zerstörung”— Systembeschreibung TKB-1167 Bison

Als Bestandteil der letzten Verteidigungslinie soll Bison anfliegende Drohnen in den letzten Sekunden vor dem Einschlag mit Volumenfeuer bekämpfen. Der Hersteller gibt an, dass das System sowohl autonom als auch eingebunden in ein mehrschichtiges Luftverteidigungssystem arbeiten kann. Im Verbund kann es Daten von dort beziehen und ebenso dorthin weiterleiten.

TKB-1167 'Bison" – die Vierlingsflak ist zurück. Die vier 7,62 mm MGs leisten zusammen 3.200 Schuss/Minute.
TKB-1167 Bison – die Vierlingsflak ist zurück. Die vier 7,62 Millimeter MGs leisten zusammen 3.200 Schuss/Minute. · © Unmanned Magazine/Rosenkranz

Gezeigt wurde Bison auf einem Zweiachsanhänger, eine Montage auf Fahrzeugen ist ebenfalls möglich. Mit 800 Schuss pro Minute je PKT-MG kommen die vier Rohre gemeinsam auf eine Kadenz von 3.200 Schuss pro Minute. Fällt eines der PKT-MGs durch eine Hemmung aus, bleibt das System zudem bis zu einem gewissen Grad einsatzfähig. Am Geschütz stehen je PKT-MG 2.400 Schuss bereit, rechnerisch genug für bis zu drei Minuten Dauerfeuer.

Auch Ziele mit sehr kleiner Radarsignatur erfasst TKB-1167 Bison auf eine Entfernung von 280 bis 800 Metern. Der Turm lässt sich um 360 Grad schwenken, für den Höhenrichtbereich werden mindestens 50 Grad genannt. Bekämpft werden Ziele bis zu 400 Meter entfernt und bis in 200 Meter Höhe.

Pantsir SMD-E setzt auf einen Raketenmix

Länger bekannt ist bereits das Flugabwehrsystem Pantsir SMD-E, das seine Premiere auf der Dubai Airshow 2025 feierte. Anders als der mobile Pantsir-S1, von dem es abgeleitet ist, kommt es ohne Maschinenkanonen aus und nutzt stattdessen Raketen für unterschiedliche Reichweiten.

Pantsir SMD-E und die Raketen TKB-1055 „Gvozd" (links) und 57E6-E (rechts).
Pantsir SMD-E und die Raketen TKB-1055 Gvozd (links) und 57E6-E (rechts). · © Unmanned Magazine/Rosenkranz

Anstelle einer Mittelstreckenrakete lässt sich auf der Lafette ein Viererbündel der Kurzstreckenrakete TKB-1055 Gvozd montieren, und zwar über den Adapter TKB-1056. Für größere Distanzen kann das System die zweistufigen Raketen 57E6-E und 57E6M-E verschießen. Die Angaben im Einzelnen:

  • TKB-1055 Gvozd: bis zu 700 Meter pro Sekunde, entsprechend Mach 2,1, Reichweite zehn Kilometer
  • 57E6-E: bis zu Mach 4,25, Reichweite 20 Kilometer, Abfanghöhe bis zu 15 Kilometer
  • 57E6M-E: Mach 5,56, Reichweite 35 bis 37 Kilometer, Abfanghöhe 20 bis 21 Kilometer

Bei allen drei Raketen wird eine Manövrierfähigkeit von 40 g angegeben – bei 57E6-E und 57E6M-E nach dem Abwurf der Boosterstufe. Voll bestückt führt ein Pantsir SMD-E 24 Kurzstrecken- und sechs Mittelstreckenraketen mit. Zur Zielsuche dient ein ASCS-Phased-Array-Radar im S-Band mit einer Fläche von 1 × 1,2 Metern. Mikro-UAVs soll es auf vier Kilometer erfassen, kleine Luftfahrzeuge auf 30 Kilometer. Gleichzeitig verfolgt werden können bis zu 20 Ziele.

Die Raketen für das Pantsir SMD-E und S1 Flugabwehrsystem. Von links nach rechts: (1) TKB-1055 „Gvozd“, (2) TKB-1056 Adapter für vier TKB-1055, (3) 57E6-E und (4) 57E6M-E
Die Raketen für das Pantsir SMD-E und S1 Flugabwehrsystem. Von links nach rechts: (1) TKB-1055 Gvozd, (2) TKB-1056 Adapter für vier TKB-1055, (3) 57E6-E und (4) 57E6M-E. · © Unmanned Magazine/Rosenkranz

Bekkhan Ozdoyev vom russischen Konzern Rostec zufolge „reichen die Produktionsmengen sowohl für die Armee als auch für den Export aus”. Abnehmer für die Systeme erhofft sich Russland im Nahen Osten, in Asien und Afrika. Von Exporterfolgen war bislang allerdings nichts zu hören.

Fotocredits

© Unmanned Magazine/Rosenkranz
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