Drohnenabwehr: Schweizer Armee erprobt Systeme gegen Minidrohnen im Feld
Seit dem Sommer testet die Schweizer Armee in Meiringen und Bure Systeme zur Drohnenabwehr. Ein Panzersappeurbataillon war eingebunden; bis Ende 2025 sollen die wichtigsten Erkenntnisse vorliegen, weitere Versuche folgen.
Auch für die Schweiz werden Minidrohnen zu einer wachsenden Gefahr. Um auf die rasante Entwicklung dieser Technologien vorbereitet zu sein, erprobt die Schweizer Armee deshalb neue Systeme zur Drohnenabwehr.
Durch Minidrohnen wandelt sich die Kriegsführung. Im Ukraine-Krieg kommen sie in großer Zahl zum Einsatz; schon handelsübliche Modelle können, mit Sprengstoff bestückt, gepanzerte Fahrzeuge außer Gefecht setzen.
Aufmerksam verfolgt auch die Schweizer Armee diese Entwicklung. Seit diesem Sommer testet sie Systeme zur Abwehr von Minidrohnen, damit die eigene Verteidigungsfähigkeit gestärkt wird. Schauplätze der Feldversuche waren der Militärflugplatz Meiringen und der Waffenplatz Bure; durchgeführt hat sie das Kompetenzzentrum Drohnen und Robotik Verteidigung (Komp Zen DRV).
Bevor es zu einer möglichen Beschaffung kommt, werden die Systeme im kleinen Maßstab geprüft – mit bewusster Einbindung der Truppe. In Bure lief der Versuch im Juli dieses Jahres, und zwar während des Wiederholungskurses des Panzersappeurbataillons 11. Rund 15 Armeeangehörige lernten dabei die Bedienung kennen und setzten das System danach in einer Übung mit dem ganzen Bataillon ein.
Drohnenabwehr durch Stören der Funkverbindung
Kern des getesteten Systems ist eine auf Fahrzeugen montierbare Antenne. Diese registriert, wie sich Drohnen bewegen, und überträgt diese Daten auf ein Tablet. Geortet werden so nicht nur die Fluggeräte, sondern auch die Standorte ihrer Pilotinnen und Piloten. Abhängig von der Technik lassen sich die Drohnen entweder zur Landung zwingen, oder ihre Funkverbindung wird gestört – mittels Störung (Jamming). Im zweiten Fall kehren sie automatisch zu ihrem Startpunkt zurück.
Geleitet werden die Feldtests von Stabsadjutant Maximiliaan Vermaat: „Unser Ziel ist es, bis Ende 2025 die wichtigsten Erkenntnisse aus den Versuchen zu gewinnen”. Weitere Versuche sind schon in Planung. Angestrebt werde, die für die Schweiz am besten geeignete Lösung zu finden und die Verteidigungsfähigkeit gegen die neue Bedrohung weiter auszubauen.
Weiterlesen

Loitering Munition Virtus von Stark: Panzerbrigade 45 „Litauen“ erprobt das System bei „Freedom Shield 2026“

Drohnenstationen für die Seeüberwachung: Rift beginnt Tests vor der französischen Küste

Seedrohnen für die Ostsee: Schweden kauft Überwachung von Saildrone als Dienstleistung

Seedrohnen: Eviden stellt mit SMX einen elektromagnetischen Navigationssensor vor

