Drohnendetektion aus der Luft: Aaronia stellt Nutzlast Aartos Hawk T1 auf der Eurosatory vor
Drohnendetektion als fünf Kilogramm schwere Nutzlast: Das Aartos Hawk T1 von Aaronia ortet Signale per TDOA auch ohne GPS. Drei Systeme sollen Bodenstationen auf bis zu 75 Kilometer orten, die ersten 100 Einheiten sollen noch dieses Jahr ausgeliefert werden.

Sein jüngstes System zur Drohnendetektion hat der deutsche Hochfrequenztechnik-Spezialist Aaronia auf der Eurosatory präsentiert, der weltgrößten Rüstungsmesse. Das Aartos Hawk T1 ist als Nutzlast für Drohnen ausgelegt und bringt nur fünf Kilogramm auf die Waage.

Herzstück ist der Echtzeit-Spektrumanalysator Spectran V6, der Frequenzen von 10 MHz bis 8 GHz abdeckt, optional auch von 9 kHz bis 18 GHz. Eine eingebaute Atomuhr erlaubt es, mit Time-Difference-of-Arrival-Technologie (TDOA) selbst schwache Signale sehr genau zu verorten. Fehlt das GPS-Signal, sichert die Atomuhr dennoch die nötige Genauigkeit. Zur Neusynchronisierung genügt Hawk T1 ein einziger Zeitstempel eines einzigen GPS-Satelliten; die zwischenzeitlich aufgelaufenen Abweichungen zur Echtzeit (im Nanosekundenbereich) werden damit beseitigt.
Praktisch reicht ein Netz aus nur drei Hawk-T1-Payload-Systemen, um LoRa-basierte Drohnen-Bodenstationen sowie verschlüsselte, bislang unbekannte und auch bewegliche Signale auf bis zu 75 Kilometer Distanz verlässlich auf eine Fläche von rund 40×40 Metern zu geolokalisieren.
Nutzer können zudem eigene Signalmuster definieren und gezielt danach suchen. So lassen sich auch unbekannte oder vom Standard abweichende Protokolle erkennen.

Drohnendetektion mit Lagebild von oben
Die neue Lösung ordnete Stephan Kraschansky, Chief Defense & Government Solutions Officer bei Aaronia AG, so ein:
Mit dem Hawk T1 holen wir das Aartos-Lagebild erstmals aus der Luft – und schaffen damit eine neue Qualität der Lagebilderstellung, die kein bodengebundenes System auch nur annähernd erreichen kann.— Stephan Kraschansky, Aaronia AG
Möglich ist auch, Hochwertsysteme präzise zu verorten – etwa teure, hochpräzise Radarsysteme, die in der Regel weit hinter den Frontlinien versteckt sind. Aartos Hawk T1 kann in bestehende Systeme der elektronischen Kampfführung (EloKa) von Aaronia und in deren Software (RTSA) eingebunden werden.
Per Software-Update und ohne zusätzliche Hardware lassen sich vorhandene X9-Systeme in das TDOA-Netzwerk aufnehmen. Geplant ist, die ersten 100 Einheiten noch in diesem Jahr auszuliefern. Laut Aaronia ist das Interesse aus europäischen Ländern und NATO-Staaten bereits groß.
Fotocredits
© Unmanned Magazine/RosenkranzWeiterlesen

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