Securiton: Skalierbare Drohnenabwehr für Behörden
Securiton Deutschland bietet Command-And-Control-Plattform für mehrschichtige Counter-UAS-Lösungen. Im Gespräch erklärt Christoph Süß, Sales & Partner Manager Special Security Solutions, wie das skalierbare System Drohnen detektiert und abwehrt. Von Behörden über Großveranstaltungen bis zum militärischen Einsatz.

Securiton Deutschland bietet Command-And-Control-Plattform für mehrschichtige Counter-UAS-Lösungen. Im Gespräch erklärt Christoph Süß, Sales & Partner Manager Special Security Solutions, wie das skalierbare System Drohnen detektiert und abwehrt. Von Behörden über Großveranstaltungen bis zum militärischen Einsatz.
Herr Süß, was kann das System, wie funktioniert es und wo ist es bereits im Einsatz?
Wir verstehen uns als Systemintegrator mit einer eigenen Command-and-Control-Plattform. Der Kern unseres Ansatzes ist die herstellerunabhängige Integration unterschiedlicher Sensoren und Effektoren in einem gemeinsamen Lagebild. Drohnendetektion und -Abwehr lässt sich nicht mit Einzeltechnologien lösen. Unterschiedliche Bedrohungsszenarien erfordern die Kombination verschiedener Lösungen und geeigneten Gegenmaßnahmen. Unsere Plattform führt diese Daten zusammen, bewertet sie und unterstützt den Operator bei der Entscheidungsfindung. Der entscheidende Punkt ist dabei die Erweiterbarkeit: Neue Sensoren oder Effektoren können ohne Systembruch integriert werden.
Welche Lösungen gibt es konkret?
Ein typischer Einstieg ist die RF-Detektion (Anmerkung: Radio Frequency). Damit lassen sich unautorisierte Drohnen erkennen, klassifizieren und, je nach System, auch der Steuerpunkt lokalisieren. In geeigneten Szenarien kann eine sogenannte „Takeover”-Funktion genutzt werden, um die Drohne kontrolliert in eine definierte Zone zu bringen. Das ist eine vergleichsweise „weiche” Abwehr ohne Kollateralschaden. Die Systeme sind in unterschiedlichen Deployments verfügbar: stationär auf Gebäuden, mobil auf Stativen oder Fahrzeugen sowie in maritimen Anwendungen. Für spezielle Einsatzlagen gibt es auch tragbare Lösungen.
Ergänzend zur RF-Detektion werde Radare eingesetzt. Die Daten werden ausgewertet, um Objekte hinsichtlich Flugrichtung, Geschwindigkeit und Höhe zu klassifizieren. Zur Verifikation wird das Lagebild durch optische Systeme wie PTZ-Kameras (Anmerkung: ferngesteuerte Richtungs- und Zoomsteuerung) ergänzt. Unsere Lösungen ermöglichen damit eine visuelle Identifikation bei Tag und Nacht und reduzieren Fehlalarme signifikant. Auf der Effektorseite reicht das Spektrum von Frequenzstörungen bis hin zur Last Line of Defence: Für Szenarien, in denen RF-basierte Maßnahmen nicht greifen, etwa bei autonomen oder kabelgebundenen Drohnen, können Interceptor-Drohnen integriert werden. Diese nähern sich dem Ziel, übernehmen per Onboard-Sensorik und neutralisieren es beispielsweise mittels Netzabschuss.

Können Sie uns einen Überblick geben, wo das System im Einsatz ist?
Konkrete Referenzen unterliegen in der Regel der Vertraulichkeit. Wir sind jedoch breit im behördlichen Umfeld vertreten – vom Schutz kritischer Liegenschaften über Großveranstaltungen bis hin zu Flughäfen.
Wie viel kosten Ihre Lösungen?
Die Kosten hängen stark vom gewählten Ausbaugrad ab. Einzelne Detektionslösungen beginnen im unteren fünfstelligen Bereich beziehungsweise sind im Mietmodell ab einem mittleren vierstelligen Monatsbetrag verfügbar. Integrierte Gesamtsysteme mit Radar, optischen Komponenten und Gegenmaßnahmen bewegen sich typischerweise im sechs- bis siebenstelligen Bereich.
In welchem Bereich entwickelt sich die Technik am schnellsten?
Die größte Dynamik sehen wir aktuell bei der Abwehr mehrerer Ziele gleichzeitig sowie bei Drohnenschwärmen. Das stellt hohe Anforderungen an Skalierbarkeit und Automatisierung. Gleichzeitig stoßen klassische RF-basierte Ansätze bei autonomen oder kabelgebundenen Systemen an ihre Grenzen. Deshalb gewinnen alternative Effektoren wie etwa Interceptor-Systeme an Bedeutung. Unser Fokus jedoch liegt auf kommerziellen und DIY-Drohnen im Kontext hybrider Bedrohungsszenarien, nicht auf schweren Systemen wie Shahed-Drohnen.
Wann sind Sie als Securiton in die Drohnenwelt eingestiegen?
Securiton ist seit 1978 im Bereich Sicherheitslösungen tätig, insbesondere in der Brandmelde- und Videoanalyse-Technik tätig. Den Bereich Drohnen- und Robotiksicherheit bauen wir seit 2017 systematisch auf, was in unserer Branche schon recht früh war.
Was erwartet die Besucher auf der „DroneVation & Defence” am 21. Mai in Wien auf Ihrem Stand?
Wir sind Bronze-Partner mit einem 25-Quadratmeter-Stand. Wir präsentieren unser volles Portfolio, von der Hardware bis zur Web-Oberfläche. Zusätzlich stehen technische Ansprechpartner aus dem Produktbereich für vertiefende Gespräche zur Verfügung. Ich selbst werde außerdem einen Fachvortrag halten.
Fotocredits
© Securiton · © Securiton DeutschlandWeiterlesen

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