Drohnenabsturz über Wohngebiet: Bundesheer übt bei „Schutzhelm 24” mit zivilen Kräften
Abfangjäger steigen auf, ein Luftfahrzeug verschwindet vom Radar, ein Brand droht Gefahrstoffe freizusetzen: In Allentsteig probten 350 Einsatzkräfte den Ernstfall nach einem Drohnenabsturz – als Teil der Großübung „Schutzschild 2024”.

Wie nach einem Drohnenabsturz zu helfen ist, hat das Bundesheer am Wochenende zusammen mit zivilen Einsatzkräften geübt. Schauplatz von „Schutzhelm 24” war Steinbach, gelegen am Truppenübungsplatz Allentsteig. Neben dem Absturz eines unbemannten Luftfahrzeugs stand dabei auch ein Feuer im Fokus, bei dem womöglich gefährliche Stoffe frei werden.
Angenommen wurde folgende Lage: In den österreichischen Luftraum dringt ein unbekanntes Luftfahrzeug ein. Kaum sind in Zeltweg Abfangjäger aufgestiegen, verliert das Radar es im Gebiet Steinberg – die Drohne ist über dicht besiedeltem Gebiet abgestürzt. Zivile Einsatzkräfte übernehmen die Rettung und Bergung der Bevölkerung. Infolge des Absturzes bricht ein Brand aus, und es droht der Austritt gefährlicher Stoffe. Angefordert wird deshalb das ABC-Abwehrteam, das eine mögliche Kontamination feststellen und Einsatzkräfte dekontaminieren soll.
Übung nach Drohnenabsturz als Teil von „Schutzschild 2024”
Insgesamt nahmen 350 militärische und zivile Einsatzkräfte teil, darunter Kräfte von Landesfeuerwehrverband, Rotem Kreuz und Zivilschutzverband – jeweils aus Niederösterreich. Eingebettet ist das Training in „Schutzschild 2024”, das derzeit umfangreichste Manöver des Bundesheeres. Gestärkt werden sollte die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte.



Verteidigungsministerin Klaudia Tanner sagte dazu: „Übungen wie diese zeigen, dass sich die Bevölkerung auf militärische und zivile Einsatzkräfte verlassen kann. Ihre kooperative Arbeit stärkt nicht nur das Vertrauen in ihre Fähigkeiten, sondern erhöht auch die Sicherheit für uns alle. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Zusammenarbeit fördern, um im Ernstfall effektiv und schnell reagieren zu können. Es freut mich zu sehen, dass so viele Menschen bereit sind, Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen. Daher möchte ich allen Beteiligten von Feuerwehr, Roten Kreuz, Zivilschutzverband, Land Niederösterreich und Bundesheer bedanken.”
„Übungen wie diese zeigen, dass sich die Bevölkerung auf militärische und zivile Einsatzkräfte verlassen kann.“
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner
Vor Ort verschaffte sich auch Stephan Pernkopf, als Landeshauptmann-Stellvertreter für Katastrophenschutz zuständig, einen Eindruck von der Übung: „In der Vergangenheit hast sich in Katastrophenfällen immer gezeigt: Niederösterreich steht zusammen. Damit das im Ernstfall reibungslos funktionieren kann, sind Übungen mit anderen Einsatzorganisationen wie dem Österreichischen Bundesheer, dem Roten Kreuz und auch dem Zivilschutzverband besonders wichtig. Mein Dank gilt der gesamten niederösterreichischen Sicherheitsfamilie, allen voran den engagierten Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr.”
Ein derart großes Manöver wie „Schutzschild 2024” hat das Bundesheer zehn Jahre lang nicht abgehalten. Im Mittelpunkt stehen die militärische Landesverteidigung sowie gemeinsames Üben von Grundwehrdienern, Berufs- und Milizsoldaten. Teilnehmer sind rund 7.500 Soldaten und Zivilbedienstete aus Deutschland, Schweden, Kroatien, Bosnien und Montenegro. Übungsräume bis 21. Juni sind das Burgenland, Niederösterreich, die Steiermark und Kärnten. Gestärkt werden sollen die Einsatzbereitschaft und die militärischen Kernaufgaben, also das Planen und Führen eines Einsatzes von Land-, Luft- und Spezialeinsatzkräften.
Fotocredits
© Bundesheer/PuschWeiterlesen

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