Generalstabschef in Tschechien: Regierung billigt Nominierung von Generalleutnant Miroslav Hlaváč
Tschechiens Regierung hat die Nominierung von Generalleutnant Miroslav Hlaváč zum Generalstabschef gebilligt – gegen die Stimme von Verteidigungsminister Jaromír Zůna. Präsident Petr Pavel hat bereits erklärt, ihn ernennen zu wollen.

Neuer Generalstabschef der tschechischen Streitkräfte soll Generalleutnant Miroslav Hlaváč werden, der bislang Stellvertreter des amtierenden Generalstabschefs Karel Řehka ist. Wie Premierminister Andrej Babiš mitteilte, hat die Regierung den entsprechenden Vorschlag von Verteidigungsminister Jaromír Zůna bereits genehmigt. Zůna selbst votierte allerdings überraschend dagegen – und löste damit einen politischen Diskurs aus.
Als Nächstes muss sich der Verteidigungsausschuss des Abgeordnetenhauses mit dem Regierungsvorschlag befassen, danach liegt die Ernennung beim Präsidenten. Voraussichtlich im Sommer soll Hlaváč die Funktion von Řehka übernehmen.
Gegenstimme des Ministers sorgt für Debatte
Babiš begründete den Schritt so:
„Er verfügt über enorme Erfahrung, und ich halte ihn für den idealen Kandidaten. Im Rahmen der Karriereordnung ist es für mich eine natürliche Wahl, dass der Stellvertreter des amtierenden Generalstabschefs die Nachfolge übernimmt”— Premierminister Andrej Babiš
Ob der Vorschlag angenommen wird, hänge nun vom Präsidenten ab, so Babiš. Zur Gegenstimme von Zůna sagte der Premier:
„Zůna hat einige Kandidaten vorgeschlagen, wir haben darüber diskutiert, und es stimmt, dass er eine andere Meinung hatte. Minister Zůna stimmte dagegen, die übrigen Regierungsmitglieder stimmten dafür.”— Premierminister Andrej Babiš
Gegenüber dem staatlichen Fernsehsender ČT führte der Verteidigungsminister als Grund für sein Nein an, dass er sich „eine passendere Person für diese Position vorstellen konnte”. Den Regierungsbeschluss respektiere er aber.
Rückhalt von Präsident Pavel
Auf der Plattform X ließ das Büro von Präsident Petr Pavel bereits wissen, dass dieser bereit sei, Miroslav Hlaváč zum Generalstabschef zu ernennen. Pavel sehe in ihm einen geeigneten Kandidaten – wegen seiner bisherigen Arbeit als Stellvertreter des Generalstabschefs ebenso wie wegen seiner militärischen Führungserfahrung, seiner Ausbildung und seiner Fähigkeiten.

Bei manchen Militärs löste das Nein von Verteidigungsminister Jaromír Zůna Überraschung aus. Kritische Worte fand Jiří Šedivý, selbst früher Generalstabschef: „Der Verteidigungsminister hat wahrscheinlich einen großen Fehler gemacht.” Die Ablehnung durch Zůna nannte er „keinen guten Anfang”, hinter der Entscheidung vermutete er politischen Druck. Hlaváčs Nominierung unterstütze er persönlich aber: „Ich halte ihn für die beste Wahl.”
Zustimmung kam auch von Jana Černochová, der früheren Verteidigungsministerin:
„Es ist eine gute Wahl, er ist ein erfahrener Soldat, ein anständiger und sehr fleißiger Mensch, der während meiner Amtszeit die Modernisierung der Armee und die Unterstützung der Ukraine stets gefördert hat.”— Jana Černochová, ehemalige Verteidigungsministerin
Laufbahn des Kandidaten für den Posten als Generalstabschef
Auf eine jahrzehntelange Laufbahn kann Generalleutnant Miroslav Hlaváč in den Streitkräften Tschechiens und zuvor der Tschechoslowakei zurückblicken. Begonnen hat er bei der Artillerie. Als Kommandant stand er von 2010 bis 2016 an der Spitze der 4. Brigade Schnelle Einsätze (4. brigáda rychlého nasazení) in Žatec.
Danach folgte der Aufstieg in den Generalstab. Dort wirkte er an strategischen Projekten maßgeblich mit, darunter an der Integration und Modernisierung der aktiven Reserve der Streitkräfte. Seine letzte Funktion war die des Stellvertreters des Generalstabschefs.
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