Mykhailo Fedorov soll Verteidigungsminister der Ukraine werden – die Werchowna Rada muss noch zustimmen
Vom Digitalministerium ins Verteidigungsressort: Mykhailo Fedorov, unter dessen Führung die App „Diia” entstand, ist als neuer Verteidigungsminister der Ukraine designiert. Über die Ernennung entscheidet auf Vorschlag des Präsidenten das Parlament.

Die Ukraine bekommt mit Mykhailo Fedorov einen neuen designierten Verteidigungsminister. Bislang war er stellvertretender Ministerpräsident und Minister für digitale Transformation. Noch fehlt allerdings die Zustimmung der Werchowna Rada: Das ukrainische Parlament ernennt den Verteidigungsminister auf Vorschlag des Präsidenten.
Seit 2019 gehört Fedorov ohne Unterbrechung zum Team von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Alle Kabinettsumbildungen hat er als einziger Minister überstanden.

Danach wurde er zum jüngsten stellvertretenden Ministerpräsidenten der ukrainischen Geschichte ernannt. Im neu geschaffenen Ministerium für digitale Transformation setzte er Selenskyjs Vision vom „Staat im Smartphone” um; daraus ging „Diia” hervor, die staatliche mobile Anwendung für Regierungsdienste.
Über die App haben Ukrainer unter anderem Zugriff auf digitalisierte Fassungen verschiedener offizieller Dokumente, etwa Reisepass, Führerschein, Fahrzeugschein und Steueridentifikationsnummer. Ebenso lassen sich darüber ein Unternehmen anmelden oder die Geburt eines Kindes melden.
Mykhailo Fedorov, Starlink und Brave1
Bei Verhandlungen mit internationalen Technologiekonzernen zählt Fedorov zu den wichtigsten Verhandlungsführern; für den US-Milliardär Elon Musk (Space X, Starlink) ist er der Hauptansprechpartner der Ukraine. 2022 wandte sich Fedorov umgehend an Musk und bat darum, Starlink-Terminals bereitzustellen. Mit diesen Terminals wurde 2022 die militärische Kommunikation der Ukraine gerettet, und sie sind bis heute ein wesentlicher Faktor, vor allem im taktischen Bereich.
Eine Schlüsselrolle hatte Fedorov außerdem bei der Einführung von Brave1. Das Projekt verknüpft sein Ministerium mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium und soll die Entwicklung militärischer Technologien vorantreiben, vor allem bei Drohnen.

Selenskyj setzt damit auf einen engen Vertrauten, der zugleich jene Fraktion vertritt, die für Innovation und Anpassungsfähigkeit auf dem Schlachtfeld steht. Fedorov gilt als eine der zentralen Figuren beim Wandel der Ukraine hin zu einem digitalen Gefechtsfeld. Der Anteil von Drohnen an der militärischen Schlagkraft des Landes ist zuletzt stetig gewachsen; mit Mykhailo Fedorov an der Spitze des ukrainischen Verteidigungsministeriums dürfte sich dieser Trend weiter beschleunigen.
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