Verteidigungsminister von Ungarn: Péter Magyar setzt auf Ex-Generalstabschef Ruszin-Szendi
Péter Magyar hat die ersten sieben Minister seiner künftigen Regierung vorgestellt; als Verteidigungsminister von Ungarn ist Romulusz Ruszin-Szendi vorgesehen. Der Generalleutnant war 2023 als Generalstabschef abberufen worden – die Hintergründe sind bis heute umstritten.

Verteidigungsminister von Ungarn wird künftig Generalleutnant Romulusz Ruszin-Szendi. Nach der ersten Sitzung der Parlamentsfraktion stellte der Vorsitzende der Tisza-Partei, Péter Magyar, die ersten sieben Minister seiner künftigen Tisza-Regierung vor – unter ihnen auch den designierten Ressortchef für Verteidigung. Das Amt werde der ehemalige Generalstabschef übernehmen, kündigte der künftige Ministerpräsident an.
In den sozialen Medien bedankte sich Ruszin-Szendi und wandte sich danach mit einer Botschaft unmittelbar an die Soldaten und Offiziere der ungarischen Streitkräfte: „Mein erstes und wichtigstes Ziel ist klar: die Moral der Truppe wiederherzustellen. Wir stellen die Soldaten und alle, die sich für die Landesverteidigung einsetzen, in den Mittelpunkt. Die Stärke einer Armee bemisst sich nicht nur an ihren Mitteln, sondern auch an ihren Soldaten, ihrer Haltung, ihrem Glauben und ihrer Geschlossenheit.”
Vom jüngsten Generalstabschef zum Verteidigungsminister von Ungarn
Mit 48 Jahren wurde Generalleutnant Romulusz Ruszin-Szendi im Juni 2021 vom damaligen Präsidenten János Áder zum Kommandanten und Chef des Generalstabes der ungarischen Streitkräfte (Magyar Honvédség) ernannt. Kein Oberkommandierender in der Geschichte Ungarns war bis dahin jünger gewesen. Vorgesehen war eine Amtszeit bis Mai 2026.

Überraschend enthob ihn Präsidentin Katalin Novák im April 2023 seines Amtes. Nach 28 Jahren im aktiven Dienst verließ er zwei Monate darauf die Streitkräfte. Betroffen war dabei nicht nur er: Hunderte Offiziere wurden im Zuge eines „Verjüngungsprogramms” unter der Leitung von Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky abberufen.
Warum Ruszin-Szendi gehen musste, ist bis heute umstritten. Nach offizieller Darstellung habe er sich zu stark auf die taktische Ebene konzentriert, während die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg gezeigt hätten, dass es auch operativer Kenntnisse bedürfe. Premierminister Viktor Orbán sprach später öffentlich von einer politischen Entscheidung.
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