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Unmanned Systems

Kampfdrohnenzug der Ardennenjäger: Belgien bündelt Drohnenfähigkeiten in neuer Einheit

Mitte September stellte sich der neue Kampfdrohnenzug des belgischen Bataillons der „Ardennenjäger” bei der Übung „Rupt’hure” erstmals einer größeren Bewährungsprobe. Bis zur vollen Einsatzbereitschaft sind rund zwei Jahre eingeplant – mit Quadrocoptern, FPV-Drohnen, Raven und Puma.

Belgische Kampfdrohnen-Einheit
© Ministerie van Defensie El Hani

Ein eigener Kampfdrohnenzug soll beim belgischen Bataillon der „Ardennenjäger” künftig Echtzeit-Aufklärung für die Bodentruppen liefern. Anfang 2026 wurde die Einheit aufgestellt; ihr Gerät reicht vom Quadrocopter über Raven bis zu Puma. Der Verband baut seine Drohnenfähigkeiten damit aus eigener Kraft auf.

Erst im Januar dieses Jahres ist der Zug im Bataillon aufgestellt worden. Drohnenexpertise, die zuvor verstreut im Verband vorhanden war, soll eine spezialisierte Einheit nun bündeln – mit gemeinsamen Verfahren und Operatoren, deren Fähigkeiten weiter ausgebaut werden.

Mitte September folgte mit „Rupt’hure” die erste größere Bewährungsprobe. Vom 11. bis zum 18. September trainierte der Zug Seite an Seite mit rund 700 Soldaten aus dem Bataillon; dazu kamen Einheiten aus Frankreich für Unterstützung, Aufklärung und Pionieraufgaben. Zwischen Marche-en-Famenne und Plombières wurden Verfahren ebenso wie Ausrüstung und Einsatzkonzepte unter Bedingungen getestet, die der Realität möglichst nahekommen.

Kampfdrohnenzug als Augen des Bataillons

Die Drohnen decken ein breites Aufgabenfeld ab. Dazu zählt, Marschrouten zu sichern, Passagen und Übergänge zu erkunden, Hindernisse auszumachen, Ziele zu analysieren und den Bodenkräften aktuelle Bilddaten zu liefern. Ein Lagebild, das so aktuell wie möglich ist – das will der Zug dem Bataillon damit bereitstellen.

Je nach Entfernung und Aufgabe kommen verschiedene Systeme zum Einsatz: Im Nahbereich klären vor allem Quadrocopter auf, taktische Aufgaben übernehmen Drohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View). Raven- und Puma-Systeme ergänzen das Portfolio für Aufklärung über mittlere und größere Distanzen.

Rund zwei Jahre sind für den Aufbau veranschlagt; danach soll der Kampfdrohnenzug voll einsatzbereit sein. Auf kurze Sicht stehen drei Dinge im Mittelpunkt: mehr Personal, die Beschaffung weiterer Ausrüstung und ein höherer Grad an Professionalisierung.

Technische Tests und drei Monate Integration

Der Dienst in der Einheit beruht auf Freiwilligkeit. Wer sich bewirbt, muss technische Tests bestehen und seine Motivation nachweisen. Danach prüft eine dreimonatige Integrationsphase die Eignung für den Drohnendienst.

Gefragt sind neben technischem Verständnis vor allem Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit und Belastbarkeit: Drohnenoperatoren haben technische, meteorologische und taktische Faktoren gleichzeitig im Blick zu behalten und müssen auch unter hohem Druck zuverlässig bleiben.

Belgische Kampfdrohnen-Einheit
© Ministerie van Defensie/ El-Hani

Wenige Monate alt ist der Zug erst – und doch bringen seine Soldaten bereits Erfahrung mit, militärische wie zivile. „Rupt’hure” hatte deshalb einen doppelten Zweck: Erprobung einerseits, andererseits die Bestätigung und Anpassung vorhandener Verfahren samt Blick auf Verbesserungspotenzial.

Schnelle Anpassung an neue Technologien

Rasch auf neue Technik und neue Einsatzverfahren umzustellen, hat für die Einheit besonderes Gewicht. Sie verfolgt dafür die technische Entwicklung, wertet aus, was aktuelle Konflikte lehren, und steht im Erfahrungsaustausch mit militärischen Partnern.

Neue Systeme laufend testen, Taktiken nachjustieren, Verfahren fortschreiben – so lautet der Anspruch. Die Ardennenjäger antworten damit auf einen Trend, der das moderne Gefechtsfeld immer stärker bestimmt: Aus Drohnen als bloß ergänzendem Aufklärungsmittel ist ein fester Bestandteil taktischer Operationsführung geworden.

Fotocredits

© Ministerie van Defensie El Hani · © Ministerie van Defensie/ El-Hani
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