Drohnenhersteller Tekever gründet Niederlassung in München – Bundeswehr erprobt erste Drohne
München wird Sitz von Tekever Germany. Parallel prüft die Bundeswehr ein System des portugiesischen Drohnenherstellers – eine Schwerlastdrohne für autonome Logistik- und Unterstützungsaufgaben.

Der Drohnenhersteller Tekever aus Portugal wächst in Europa weiter: In München entsteht eine deutsche Niederlassung. Zugleich verbucht das Unternehmen einen ersten Erfolg bei der Bundeswehr, denn ein unbemanntes Luftfahrtsystem von Tekever ist bereits an die deutschen Streitkräfte gegangen. Dort wird nun erprobt, wofür es sich einsetzen lässt.
Nach Angaben des Herstellers ist das gelieferte System eine Schwerlastdrohne. Untersuchen will die Bundeswehr damit vor allem autonome Fähigkeiten für Aufgaben in Logistik und Unterstützung. Teil der Zusammenarbeit sind auch militärische Übungen, in denen gezeigt wurde, welches Potenzial autonome Systeme in verschiedenen Einsatzszenarien haben.
Unter dem Namen Tekever Germany sollen die Aktivitäten im deutschsprachigen Raum zusammengeführt werden. München ist als regionales Zentrum vorgesehen, von dem aus Entwicklung, Geschäftsanbahnung und Kundenbetreuung laufen. Außerdem plant das Unternehmen Kooperationen mit Partnern aus Industrie, Forschung und Technologie in Deutschland.
Drohnenhersteller investiert Millionen in europäische Standorte
Vorausgegangen ist der Expansion eine Finanzierungsrunde über bis zu 580 Millionen US-Dollar (rund 500 Millionen Euro); Tekever erreichte dabei eine Bewertung von 6,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig fließen erhebliche Mittel in den Ausbau der Standorte in Europa: 400 Millionen Pfund sind für Großbritannien eingeplant, weitere 200 Millionen Euro für Frankreich.
Tekever-CEO Ricardo Mendes begründet den Schritt mit der Bedeutung des Landes:
Deutschland ist eines der wichtigsten europäischen Zentren für Ingenieurskunst, Innovation und industrielle Leistungsfähigkeit— Ricardo Mendes, CEO von Tekever
Eine langfristige Basis für Wachstum, Kooperationen und Investitionen solle die neue Niederlassung schaffen, so Mendes.
Vertreten ist Tekever außer in Deutschland bereits in Portugal, Großbritannien, Frankreich, der Ukraine und Estland. Angestrebt wird ein europaweites Netzwerk für autonome Systeme, das neben militärischen Anwendungen auch Sicherheitsaufgaben und den Schutz kritischer Infrastruktur abdecken soll.
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