Abfangdrohne Kreuger 100: Nordic Air Defence setzt auf Software statt Störsender
Störsender und Laser seien zu teuer oder wenig wirksam, sagt das schwedische Start-up Nordic Air Defence. Seine Abfangdrohne Kreuger 100 soll Kleindrohnen günstig bekämpfen – militärisch wie zivil.

Gegen die zunehmende Gefahr durch Kleindrohnen, vor allem handelsübliche Quadrocopter, entwickelt das schwedische Start-up Nordic Air Defence (NAD) eine leichte Abfangdrohne: die Kreuger 100.
Ausgelegt ist sie für militärische ebenso wie für zivile Einsätze. Nach Ansicht von NAD sind bisherige Anti-Drohnen-Systeme – Störsender, Laser oder kinetische Abwehrwaffen – gegen moderne, kompakte Drohnen entweder zu teuer oder kaum wirksam.

Das Unternehmen präsentiert die Kreuger 100 deshalb als leichtes, günstiges und serienreif produzierbares Abwehrsystem. Ein fortschrittliches Leitsystem mit Infrarotbildgebung und künstlicher Intelligenz erlaubt es der Drohne, Ziele selbsttätig zu klassifizieren und zu priorisieren.
Validiert wurde das Konzept gemeinsam mit Physikern der schwedischen Verteidigungsforschungsagentur FOI. Diese bestätigten, dass sich klassische Anti-Drohnen-Hardware technisch durch softwaregesteuerte Systeme ersetzen lässt.
Abfangdrohne mit bis zu 270 km/h
Bis zu 270 km/h schnell ist die zivile Version der Kreuger 100; militärische Varianten sollen eine noch höhere Geschwindigkeit erreichen. Das System fliegt mit Batterie und verbindet softwaredefinierte Steuerung, Infrarot-Tracking und einen modularen Aufbau für Nutzlasten je nach Mission.




Zivil könnte die Kreuger 100 helfen, Flughäfen, Kernkraftwerke, Häfen, Regierungsgebäude, Schiffe und weitere kritische Infrastruktur zu schützen. In Schweden nehmen unbefugte Drohnenflüge zu, darunter mutmaßliche Versuche, kritische Infrastrukturen auszuspähen.
Dahinter steht ein strukturelles Problem: Nur rund fünf Prozent des Staatsgebiets deckt die schwedische Luftverteidigung derzeit ab, überwiegend militärische Anlagen. Im zivilen Raum entstehen so erhebliche Sicherheitslücken.
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