Abfangdrohne aus Russland: „Projekt Geist“ setzt auf KI-gestützte Zielerkennung
Kompakt, tragbar, ohne Zusatzausrüstung einsetzbar: Mit Prizrak haben russische Entwickler eine Abfangdrohne gegen tief fliegende Angriffsdrohnen gebaut. Für das Training ihrer Algorithmen sammeln sie öffentlich Videos und Fotos von Drohnen.

Eine neue Abfangdrohne stammt von russischen Ingenieuren des „Projekt Prizrak” (Geist). Angestrebt wurde ein kompaktes, tragbares System, das sich ohne zusätzliche Ausrüstung einsetzen lässt. Wie das bekannte Modell Yolka kann Prizrak über ein handgeführtes Katapult abheben, aber auch direkt aus der Hand gestartet werden.

Vor dem Start lässt sich die Konfiguration rasch ändern. Gefechtskopf und Kameras (Taglicht, Sternenlichtkamera, Wärmebild, Infrarot) sind je nach Ziel oder Tageszeit austauschbar, ebenso Propeller mit unterschiedlicher Steigung und Akkus mit variierender Kapazität.

Derzeit arbeitet das System vor allem im manuellen Modus – nachts lässt sich ein Ziel beispielsweise per Infrarot beleuchten. Laufend verbessert werden sollen die Algorithmen der Prizrak-Drohne aber mit realen Daten. Öffentlich baten die Entwickler deshalb um Videos und Fotos von Drohnenüberflügen, aufgenommen zu unterschiedlichen Tageszeiten, vor verschiedenen Hintergründen und aus verschiedenen Blickwinkeln – darunter große Quadrokopter, Oktokopter, Hexakopter und andere unbemannte Luftfahrzeuge.


Je mehr Daten wir ihr zuführen, desto präziser wird sie die Aufgabe der Zieldetektion erfüllen. Durchsuchen Sie Ihre Telefone, senden Sie den Beitrag an Freunde und Kollegen und teilen Sie ihn auf anderen Kanälen – das wird die Weiterentwicklung maßgeblich unterstützen— Kanal der Entwickler
In erster Linie soll die Drohne tief fliegende Angriffsdrohnen im Luftraum optisch erkennen und bekämpfen.
So wird die Abfangdrohne gestartet und geführt
Bei den ersten Varianten startet die Drohne von Hand, und zwar mit einer speziellen Abschussvorrichtung, die eine Wärmebildkamera (für den Nachtmodus) oder eine herkömmliche Kamera trägt. Auf einem Monitor sieht der Bediener das Ziel, erfasst es und steuert die Drohne darauf zu; danach übernimmt maschinelles Sehen die Verfolgung. Wird das Ziel nicht abgefangen, kann die Drohne zurückgerufen werden.

Auf längere Sicht soll eine Drohne entstehen, die der Bediener aus größerer Entfernung per Fernaktivierung starten kann. Vor Ort überwacht sie den Luftraum dann ununterbrochen im Scan-Modus. Hat der Bediener das Ziel bestätigt, löst er aus, und die Abfangdrohne startet automatisch.
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