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Counter-UAS / Aerial Drones

Abfangdrohnen: Terra Drone setzt auf Kurin Technologies, TRL Drones und eigenen Flugcontroller

Abfangdrohnen werden für Terra Drone zum Wachstumsfeld im Verteidigungsgeschäft. Der japanische Konzern zeigt die FPV-Abfänger KT-1 und KT-2, prüft mit TRL Drones eine Jet-Variante und fertigt den Flugcontroller Terra DFC selbst. Offen ist, ob das Joint Venture zustande kommt.

TRL Drones at IDET 2025
© Unmanned Magazine/Zacharias

Gleich mehrere Segmente des wachsenden Marktes für Abfangdrohnen hat Terra Drone im Visier: Der japanische Drohnenspezialist beteiligt sich am ukrainischen Hersteller Kurin Technologies, lotet eine Kooperation mit dem tschechischen Unternehmen TRL Drones aus und hat einen eigenen Flugcontroller entwickelt. Sein Verteidigungsgeschäft baut das Unternehmen damit deutlich aus.

Am Anfang steht der Einstieg bei Kurin Technologies. Terra Drone beteiligt sich über seine europäische Tochter Terra Defense Europe an dem Hersteller aus der Ukraine, der damit zur konsolidierten Enkelgesellschaft wird. Zeitgleich stellte der japanische Konzern zwei kleine Abfangdrohnen vor, KT-1 und KT-2.

Für die Bekämpfung weitreichender Angriffsdrohnen vom Typ Shahed sind diese beiden Modelle nicht gedacht – ihr Einsatzort ist vielmehr direkt die Front. Abfangen sollen sie in erster Linie Drohnen mit Sicht aus der Ich-Perspektive (FPV, First-Person View), Aufklärungsdrohnen und weitere kleine unbemannte Systeme im Tiefflug. Äußerlich gleichen die Plattformen herkömmlichen FPV-Drohnen.

Terra Drone zufolge haben sich die Systeme bereits unter realen Einsatzbedingungen bewährt. Erste Auslieferungen habe es seit dem Start der kommerziellen Vermarktung Ende April 2026 gegeben. Mehr als 1.000 Einheiten pro Monat könnten derzeit produziert werden; mit Blick auf die erwartete Nachfrage sei ein weiterer Ausbau geplant.

Abfangdrohnen mit Strahlantrieb gegen schnelle Ziele

Zugleich richtet sich der Blick auf deutlich schnellere Bedrohungen. Der Konzern prüft zusammen mit dem tschechischen Unternehmen TRL Drones, eine strahlgetriebene Abfangdrohne zu entwickeln und zu vermarkten. Im Gespräch ist auch ein gemeinsames Joint Venture.

Den Anlass liefern Angriffsdrohnen, die immer schneller werden. Laut Terra Drone soll das geplante System Ziele der 500-km/h-Klasse abfangen und so in mehrschichtigen Drohnenabwehrsystemen eine zusätzliche Ebene einziehen können.

TRL Drone
Objekt der möglichen Zusammenarbeit: Die von TRL Drones im Vorjahr präsentierte Abfangdrohne. · © Terra Drone

Als technologische Grundlage käme eine High-Speed Fixed-Wing Drone in Frage, die TRL Drones 2025 präsentiert hat. Knapp einen Meter misst sie in der Länge, ihre Spannweite beträgt 1,74 Meter. Mit bis zu zehn Kilogramm Nutzlast soll sie 205 Kilometer weit fliegen. Angegeben werden 350 km/h Reisegeschwindigkeit, 450 km/h Höchstgeschwindigkeit und 4.000 Meter maximale Flughöhe. Vorgesehen ist die Plattform nach dem Willen von TRL Drones sowohl für Aufgaben der Luftverteidigung als auch für Angriffe gegen Bodenziele.

Hinter TRL Drones steht die tschechische TRL-Gruppe. Diese entwickelt außer Drohnen auch Satelliten, Satellitenkommunikation, verschlüsselte Kommunikationslösungen und Anwendungen auf KI-Basis. Die Drohnensparte ist zwar noch relativ jung, kooperiert aber unter anderem bereits mit den tschechischen Streitkräften und beruft sich auf Einsatzerfahrungen in der Ukraine.

Eigener Flugcontroller aus japanischer Serienfertigung

Darüber hinaus will Terra Drone ein Schlüsselbauteil seiner künftigen Militärdrohnen in eigener Hand behalten. Unter der Bezeichnung Terra DFC hat das Unternehmen einen Flugcontroller für Verteidigungsdrohnen entwickelt, für den nach eigenen Angaben schon eine Serienfertigung in Japan steht.

Eingesetzt werden soll der Flugcontroller unter anderem in jenen Mehrzweckdrohnen, die für das japanische Verteidigungsministerium vorgesehen sind. Terra Drone will demnach nicht mehr nur komplette unbemannte Systeme liefern, sondern auch zentrale Komponenten selbst entwickeln und herstellen.

Drei Schritte also – FPV-Abfangdrohnen aus der Ukraine, eine geplante tschechisch-japanische Jet-Abfangdrohne und ein eigener Flugcontroller aus Japan –, mit denen sich Terra Drone immer stärker als Anbieter im Verteidigungsbereich aufstellt. Noch nicht entschieden ist allerdings, ob das angedachte Joint Venture mit TRL Drones tatsächlich entsteht und wann es ein serienreifes Jet-Abfangsystem hervorbringt.

Fotocredits

© Unmanned Magazine/Zacharias · © Terra Drone
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