Drohnenabwehr per Abfangschwarm: Atreyd erprobt sein „fliegendes Minenfeld” in der Ukraine
Bis zu 1.000 Abfangdrohnen aus dem Container, gesteuert per KI: Das französische Start-up Atreyd lässt seine Drohnenabwehr DWS-1 erstmals von einem Land testen – der Ukraine. Gedacht ist das System als letzte Verteidigungslinie gegen Shahed-Drohnen und Gleitbomben.

Als erstes Land erprobt die Ukraine ein in Frankreich entwickeltes System zur Drohnenabwehr, das Hunderte Abfangdrohnen zugleich einsetzen kann. Sowohl die Drohnen als auch die passende Software stammen vom französischen Start-up Atreyd.
Dass Drohnen für Luftfahrzeuge gefährlich sind, weiß man längst. Stößt ein Flugzeug in der Luft mit einer Drohne zusammen, kann die Lage rasch kritisch werden: Schäden an Cockpitscheiben, an Messgeräten wie Staudrucksonden, an Klappen, Rudern oder am Antrieb beeinträchtigen die Flugfähigkeit mitunter schwer – im Extremfall bis zum Absturz. Atreyd macht genau solche Kollisionen gezielt zum Prinzip eines Flugabwehrsystems.
Drohnenabwehr aus dem Container: ein Drohnenwall
Beim Atreyd Drone Wall System (DWS-1) – wörtlich einem Drohnenwall – handelt es sich um eine Verteidigungslösung in Containerbauweise, die Bedrohungen aus der Luft erkennt, abfängt und neutralisiert. Der Hersteller stellt eine beispiellose Effizienz in Aussicht: Bis zu 1.000 kleine Abfangdrohnen formen als Schwarm eine fliegende, KI-gesteuerte Struktur am Himmel, die als „undurchdringliche Barriere” feindliche Drohnen, Gleitbomben und selbst Raketen aufhalten soll. Militärbasen, kritische Infrastruktur oder Hochsicherheitszonen – in jeder Umgebung soll dieser autonome, anpassungsfähige Schutzschild nach Angaben von Atreyd maximalen Schutz bieten.

Untergebracht sind die Drohnen in geschlossenen, transportablen Containern, sodass sie sich nahezu überall schnell einsetzen lassen. Das System wird mit vorhandenen Sicherheits- und Verteidigungsnetzwerken vernetzt; die KI lenkt den Schwarm dann gezielt in die Flugbahn der anfliegenden Bedrohung. Als „Baustein” einer anpassungsfähigen Struktur in der Luft verändert jede einzelne Drohne laufend ihre Position, um ankommende Bedrohungen abzufangen.
Weil die KI die Koordination übernimmt, reagiert das System in Echtzeit auf wechselnde Angriffsmuster. Am Himmel entsteht auf diese Weise ein beweglich steuerbares „fliegendes Minenfeld”. In diesem dichten Abfangvorhang trägt jede Drohne einen Gefechtskopf, mit dem sie gegnerische Munition im Anflug unschädlich macht, noch bevor diese ihr Ziel trifft.
Gesteuert wird jede Einheit wahlweise autonom von der KI oder von einem einzelnen Bediener, der bis zu 100 Drohnen auf einmal führen kann. Ohne GPS kommt das System aus, weil 3D-Karten bereits vorinstalliert sind.
Letzte Verteidigungslinie gegen Shahed und Gleitbomben
Für Atreyd ist das System die „letzte Verteidigungslinie” gegen Bedrohungen aus der Luft, beispielsweise Shahed-Drohnen oder russische Gleitbomben. Sobald die internen Tests abgeschlossen sind, setzen die ukrainischen Streitkräfte die Technologie zum ersten Mal real ein.
In einem NATO-Wettbewerb um fortschrittliche Gegenmaßnahmen gegen russische Gleitbomben zählt Atreyd zu den drei ausgewählten Unternehmen.
Fotocredits
© Unmanned Magazine/Rosenkranz · © AtreydWeiterlesen

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