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Counter-UAS

Drohnenabwehr mit Mikrowellen und Hochgeschwindigkeitsgeschossen: BAE Systems zeigt MDACS und HPM

Auf der AUSA 2026 in Washington setzt BAE Systems auf zwei Wege gegen Drohnenschwärme und Raketenangriffe: kinetische Wirkung mit MDACS und gerichtete Energie per HPM – ein Doppelansatz für die Drohnenabwehr, zu dem noch keine Aufträge oder Zeitpläne genannt wurden.

BAE Systems präsentiert neue Drohnenabwehr mit Mikrowellen und Hochgeschwindigkeitsmunition
© BAE Systems

Gegen Drohnenschwärme und Raketenangriffe bringt BAE Systems gleich zwei Technologien in Stellung. Auf der Rüstungsmesse AUSA 2026 in Washington stellte das Unternehmen das Multi-Domain Artillery Cannon System (MDACS) sowie ein System auf Basis von Hochleistungsmikrowelle (HPM) vor – zwei neue Lösungen für die Drohnenabwehr im Rahmen einer mehrschichtigen Luftverteidigung.

Den Hintergrund bilden massierte Drohnenangriffe, die als Bedrohung zunehmen: Klassische Flugabwehrsysteme geraten dabei wegen begrenzter Munitionsvorräte und hoher Kosten je Abfang an ihre Grenzen. Kinetische Wirkung und gerichtete Energie kombiniert BAE Systems deshalb miteinander.

Kanonensystem für Luft- und Bodenziele

Für die kinetische Seite steht das Multi-Domain Artillery Cannon System (MDACS). Mobil und lufttransportfähig, soll es sich sowohl in der Luftverteidigung als auch gegen Bodenziele einsetzen lassen.

Luftziele bekämpft MDACS mit dem gelenkten Hypervelocity Projectile (HVP), einem Hochgeschwindigkeitsgeschoss gegen anfliegende Bedrohungen. Stationäre und bewegliche Bodenziele soll das System zudem mit der präzisionsgelenkten Munition Scorpio-XR angreifen können. Deren Reichweite ist laut BAE Systems doppelt so groß wie jene bisheriger Projektile, die aus 155-Millimeter-Geschützen verschossen werden.

Gerichtete Energie gegen Schwärme

Als zweite Komponente dient ein HPM-System (High Power Microwave), das Drohnen mit leistungsstarker Mikrowellenenergie bekämpfen soll. Geschosse oder Lenkflugkörper braucht es dafür – anders als konventionelle Abfangwaffen – nicht.

Mehr als 99 Prozent der Komponenten sind nach Herstellerangaben kommerziell verfügbar. Das soll Herstellung, Wartung und Skalierung erleichtern.

Als wesentlicher Vorteil gilt die theoretisch hohe Zahl möglicher Bekämpfungen: Weitere Mikrowellenimpulse kann das System abgeben, solange genügend Energie bereitsteht – klassische Munitionsvorräte sind dafür nicht nötig.

BAE Systems präsentiert neue Drohnenabwehr mit Mikrowellen und Hochgeschwindigkeitsmunition
© BAE Systems

Mehrschichtige Drohnenabwehr mit passenden Wirkmitteln

Hinter der Kombination von MDACS und HPM steht der Ansatz, verschiedene Bedrohungen mit dem jeweils geeigneten Wirkmittel zu bekämpfen. Gelenkte Hochgeschwindigkeitsgeschosse lassen sich gegen ausgewählte Ziele einsetzen, die Stärken der Mikrowellentechnologie sollen dagegen vor allem bei massierten Drohnenangriffen zum Tragen kommen.

Schützen sollen beide Systeme militärische Verbände und kritische Einrichtungen. Der US Army will BAE Systems damit skalierbare Lösungen anbieten, die rascher einsatzreif werden als bisherige Entwicklungsprogramme.

Zu konkreten Beschaffungsaufträgen, Leistungsdaten der Drohnenabwehr oder Zeitplänen für eine Einführung äußerte sich das Unternehmen bei der Präsentation nicht.

Fotocredits

© BAE Systems
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