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Counter-UAS

Drohnenabwehr in Dänemark: Terma soll landesweites Drohnenlagebild schaffen

Militär, Behörden und Infrastrukturbetreiber verarbeiten ihre Sensordaten bislang getrennt. Ein Auftrag der DALO an Terma soll das ändern: Auf Basis von Helion und der FACE-Plattform entsteht ein gemeinsames Lagebild für die dänische Drohnenabwehr.

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© Terma

Den nächsten Schritt beim Ausbau seiner Drohnenabwehr geht Dänemark mit Terma. DALO, die Beschaffungs- und Logistikorganisation des Verteidigungsministeriums, hat den dänischen Technologiekonzern beauftragt, ein neues integriertes Führungs- und Kontrollsystem dafür zu liefern. Im Zentrum steht ein gemeinsames Drohnenlagebild, auf das die Streitkräfte und weitere Behörden in Echtzeit zugreifen können sollen.

Sensoren betreiben heute sowohl die dänischen Streitkräfte als auch zivile Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur – ihre Daten landen aber großteils in voneinander getrennten Systemen. Diese Informationen soll die neue Lösung bündeln und so ein Lagebild für das ganze Land erzeugen.

Technisch baut das Vorhaben auf Helion auf, der Multi-Domain-Plattform von Terma. Vorhandene wie künftige Sensoren sollen darüber vernetzt, große Datenmengen verarbeitet und daraus jene Informationen gewonnen werden, die für die Einsatzführung zählen. Auf das gemeinsame Lagebild sollen lokale Einheiten ebenso zugreifen wie übergeordnete Führungsstellen.

Ich freue mich über die Unterzeichnung dieser Vereinbarung, die Dänemarks Fähigkeit stärken wird, ein aktuelles Drohnenlagebild aufrechtzuerhalten. Die neue Vereinbarung mit Terma ist ein wichtiger Baustein beim Aufbau einer leistungsfähigen Drohnenabwehr – sowohl innerhalb der dänischen Streitkräfte als auch in der dänischen Industrie— Generalleutnant Per Pugholm Olsen, Chef der DALO

KI wertet Sensordaten aus

Eingebunden wird zudem die FACE-Plattform von OSL Technology. Das Unternehmen gehört seit 2025 zu Terma und steuert seine Erfahrung mit Systemen zur Drohnenabwehr (Counter-UAS) bei. Mit FACE werden Daten von Radaren und Überwachungssystemen aus dem Hause Terma sowie von Sensoren und Effektoren anderer Hersteller zusammengeführt.

Auswerten, klassifizieren und priorisieren soll die Sensordaten künstliche Intelligenz. Für die Bediener heißt das: Relevante Drohnenaktivitäten fallen schneller auf, Gegenmaßnahmen lassen sich rascher koordinieren.

In einem Sicherheitsumfeld, in dem Drohnen eine dauerhafte und wachsende Bedrohung darstellen, ist die Fähigkeit, Bedrohungen über verschiedene Bereiche hinweg zu erkennen, zu klassifizieren und darauf zu reagieren, von grundlegender Bedeutung für die nationale Sicherheit— Henriette H. Thygesen, CEO von Terma

Praktische Erfahrung mit Drohnenabwehrsystemen bringt OSL Technology bereits mit. Am Flughafen London-Heathrow ist das Unternehmen seit 2019 Hauptauftragnehmer und Systemintegrator des Counter-UAS-Systems. Außerdem stattet OSL die norwegischen Luftwaffenstützpunkte Ørland und Evenes mit entsprechenden Systemen aus.

Drohnenabwehr für Militär und kritische Infrastruktur

Ausgelegt ist die Architektur offen und modular, sodass sich später zusätzliche Sensoren, Standorte und Gegenmaßnahmen verschiedener Hersteller einbinden lassen. Die Kontrolle über die operationellen Sensordaten soll dabei bei Dänemark bleiben.

Gedacht ist das System nicht nur für militärische Einrichtungen. Zum Einsatz kommen können soll es ebenso bei Drohnenvorfällen an Flughäfen, Häfen, Energieanlagen, Regierungsgebäuden und anderer kritischer Infrastruktur.

Dänemark setzt in der Abwehr von Drohnen somit auf Vernetzung: Informationen sollen zentral zusammenlaufen, anstatt einzelne Standorte und Sensorsysteme jeweils für sich zu betrachten. Verkürzen soll das die Zeitspanne von der Erkennung über die Bewertung bis zur Reaktion. Zugleich entsteht damit die Basis, um bei sich wandelnden Bedrohungen neue Sensoren und Effektoren schnell ins System zu integrieren.

Fotocredits

© Terma
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