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Counter-UAS / Maritime Drones

Drohnenabwehr auf Marineschiffen: FN Herstal setzt auf die Waffenstation Sea Defnder

Drohnenabwehr mit Maschinengewehr statt teurer Raketen: FN Herstal positioniert den Sea Defnder gegen Luft- und Oberflächendrohnen. Erste Aufträge aus den Niederlanden, Belgien und Brasilien liegen laut Hersteller bereits vor.

©FN Herstal
© FN Herstal

Mit dem Sea Defnder hat FN Herstal ein System für die Drohnenabwehr auf Marineschiffen entwickelt, das Gefahren durch Luft- und Oberflächendrohnen wirksamer begegnen soll. Speziell asymmetrische Bedrohungen kann es nach Darstellung des Herstellers ausschalten; zudem sei es ideal „für den Einsatz in einem effektiven mehrschichtigen Verteidigungssystem” geeignet.

Mit solchen asymmetrischen Bedrohungen sehen sich Seestreitkräfte – ebenso wie Land- und Luftstreitkräfte – schon seit einigen Jahren konfrontiert. Zuletzt hat sich allerdings sowohl ihre Zahl als auch ihre Leistungsfähigkeit rasant entwickelt. Wie effektiv die Waffen sein können, zeigte sich etwa im Schwarzen Meer: Dort bekämpften die Ukrainer die russische Schwarzmeer-Flotte, ohne selbst Schiffe einzusetzen, und schafften es mit den unbemannten Plattformen sogar Kampfflugzeuge abzuschießen.

In absehbarer Zeit werden auch Großmächte diese Systeme in ihre Konzepte für Angriff und Verteidigung einbinden und sie neben Hochleistungssystemen integrieren. Gegen die kostengünstigen unbemannten Systeme kommen derzeit hochtechnologische und teure Raketen zum Einsatz. Die Folge sind ein finanzieller Verlust und die Gefahr, dass Munition knapp wird.

Drohnenabwehr mit dem 12,7-Millimeter-Maschinengewehr

An diesem Punkt setzt FN Herstal mit der ferngesteuerten Waffenstation FN Sea Defnder an. Auf See lässt sie sich mit dem weltweit führenden NATO-Maschinengewehr im Kaliber 12,7×99 Millimeter (.50 Cal) bestücken, das eine hohe Feuerrate von 1.100 Schuss pro Minute erreicht. Erhältlich ist der Sea Defnder außerdem mit einer Auswahl an Tag- und Nachtkameras, Entfernungsmessern, Zielverfolgung und gyroskopischer Stabilisierung. Bedient wird er aus einer geschützten Position, und seine Leistungsfähigkeit übertrifft jene bemannter Waffen.

Mit dem System kann laut FN Herstal eine „große Anzahl an Zielen auch über längere Zeiträume bekämpft werden”. Als weiteren Vorteil nennt das Unternehmen die .50-Kaliber-Patrone: Sie ist günstig und leicht zu beschaffen, viele verschiedene Streitkräfte weltweit nutzen sie, und fast alle großen Hersteller militärischer Kleinwaffenmunition produzieren sie.

Auch harte Ziele kann dieser Munitionstyp bekämpfen. Zu den verschiedenen verfügbaren Geschosstypen zählt etwa das FN APEI-169 Armour Piercing Explosive Incendiary, das FN Herstal ebenfalls selbst entwickelt hat und das eine große Zerstörungskraft besitzt. Eine Mindestreichweite gibt es bei dem Waffensystem nicht, die Reichweite wird an das jeweilige Ziel angepasst. Durch die hohe Feuerrate entsteht binnen kurzer Zeit ein dichtes Schussbild – bewegliche Ziele werden dadurch mit größerer Wahrscheinlichkeit getroffen.

Erste Aufträge hat FN Herstal nach eigener Darstellung bereits in der Tasche. Ausgewählt wurde das Waffensystem kürzlich für die Minenabwehrschiffe der Niederlande und Belgiens, die gerade in Dienst gestellt werden, ebenso für die Fregatten der Tamandaré-Klasse Brasiliens. In einer Aussendung hebt der Hersteller hervor, dass der FN Sea Defnder „sowohl für neue Schiffe als auch für die Nachrüstung bestehender Plattformen, von kleineren Küstenpatrouillenbooten bis hin zu hochseetüchtigen Versorgungsschiffen und großen Kampfschiffen, ein ernstzunehmender Anwärter sein” wird.

Weil das System modular aufgebaut ist, sollen sich neue Technologien künftig rasch integrieren und weiterentwickeln lassen. Kunden können so auch zwischen Komponenten wählen, beispielsweise zwischen unterschiedlichen Zielsystemen.

Fotocredits

© FN Herstal
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