Drohnenabwehr für die Flotte: Niederländische Marine rüstet Kriegsschiffe mit Abfangdrohnen nach
Ein am 24. August unterzeichneter Vertrag bringt kinetische Abfangdrohnen auf niederländische Kriegsschiffe. Die Drohnenabwehr stammt ursprünglich aus dem landgestützten Einsatz; Lieferant und Typ bleiben ungenannt.

Weil Drohnen eine wachsende Bedrohung darstellen, rüstet die niederländische Marine ihre bestehende Flotte kurzfristig mit neuen Systemen zur Drohnenabwehr (Counter-UAS) aus. Verwendet werden kinetische Abfangdrohnen: Entwickelt wurden sie ursprünglich für den Einsatz an Land, nun werden sie an den Betrieb auf See angepasst.
Den entsprechenden Vertrag mit dem Lieferanten unterzeichnete das niederländische Verteidigungsministerium am 24. August. Wer die Systeme liefert und um welchen Typ es sich handelt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Als Hintergrund der Beschaffung nennt das Ministerium eine zunehmende Bedrohung durch unbemannte Luftfahrzeuge auf mittlere Entfernung. Operative Analysen wie auch die aktuelle Bedrohungslage bei Einsätzen auf See hätten gezeigt, dass Kriegsschiffe zusätzliche Mittel brauchen, um sich im Flottenverband wirksam gegen Drohnenangriffe zu verteidigen.
Drohnenabwehr mit kinetischem Effektor
Anfliegende Drohnen soll das neue System durch einen direkten Abfangeinsatz zerstören und so eine kinetische C-UAS-Fähigkeit bereitstellen. Bestandteile sind eine Basisstation und eine Startvorrichtung, von der aus eine Abfangdrohne startet.
Zur vorhandenen Bewaffnung der niederländischen Kriegsschiffe kommt damit eine weitere Verteidigungsschicht gegen unbemannte Bedrohungen hinzu.
Interessant ist vor allem der Entwicklungsansatz: Die Niederlande nutzen ein C-UAS-System, das ursprünglich für den landgestützten Einsatz entstand, und passen es für den operationellen Einsatz auf See an. Während die Einführung läuft, soll die Fähigkeit in weiteren Erprobungen laufend weiterentwickelt werden.
Die rasche Nachrüstung der vorhandenen Flotte soll nicht nur den Eigenschutz der Schiffe verbessern. Mit der neuen Fähigkeit will die Marine auch verbündete Einheiten innerhalb eines Flottenverbandes besser vor Drohnenangriffen schützen können.
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