Drohnenabwehr gegen schnelle taktische Drohnen: Niederlande schreiben zweite Counter-Drone Challenge aus
Bis zu 600 km/h schnell und 150 bis 400 Kilogramm schwer: Gegen solche taktischen Drohnen sucht Den Haag neue Drohnenabwehr. Für die zweite Runde der Challenge stehen 30 Millionen Euro bereit, gefertigt werden soll in Europa.

Eine zweite „Counter-Drone Challenge” hat das niederländische Verteidigungsministerium (Ministerie van Defensie) ausgeschrieben, offen für die Industrie. Gesucht werden Systeme der Drohnenabwehr, die taktische Drohnen detektieren und bekämpfen können – Fluggeräte mit 150 bis 400 Kilogramm Gewicht, die Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h erreichen.
Insgesamt 30 Millionen Euro sind für das Programm vorgesehen. Wer eine tragfähige Lösung vorlegt, darf auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Ministerium hoffen.
Drohnenabwehr aus europäischer Fertigung
Entwickeln und produzieren sollen die neuen Systeme europäische Unternehmen, vorzugsweise solche in den Niederlanden. Den Haag will damit erklärtermaßen Abhängigkeiten abbauen und die strategische Autonomie bei unbemannten Systemen stärken.
Gestartet hatte das Verteidigungsministerium eine erste Challenge bereits im Oktober des Vorjahres. Im Mittelpunkt stand damals ein neuartiges Abfangsystem, das gegnerische Drohnen über feindlichem Gebiet bekämpfen sollte. Die jetzige zweite Runde baut dagegen auf technologische Komponenten, die es bereits gibt: Diese sollen weiterentwickelt und in Europa industriell gefertigt werden.
Aus Sicht des Ministeriums hat sich das Format bewährt, um Innovationen schnell zur Truppe zu bringen. Streitkräfte und Industrie kooperieren dabei vom Start weg eng – so sollen Entwicklungszeiten kürzer werden und Produktionskapazitäten rascher wachsen.
Eingebettet ist die Ausschreibung in den „Actieplan Productiezekerheid Onbemande Systemen” (APOS). In diesem Programm führen sämtliche Teilstreitkräfte ihre Aktivitäten zusammen, damit sie dauerhaft über moderne, verlässliche unbemannte Systeme verfügen. Zugleich entsteht ein Hightech-Ökosystem aus Industrie und Forschungseinrichtungen.
Die Niederlande antworten mit der zweiten Counter-Drone Challenge auf das hohe Tempo der technologischen Entwicklung bei Drohnen. Im Blick stehen vor allem schnellere, größere und militärisch leistungsfähigere unbemannte Luftfahrzeuge (UAV), durch die klassische Luftverteidigungssysteme zunehmend vor neue Herausforderungen gestellt werden.
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© Mediacentrum MinisterieWeiterlesen

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