Drohnenabwehr für die Niederlande: Streitkräfte bestellen Rheinmetall Skyranger 30
Mobile und stationäre Skyranger 30 samt Simulatoren: Die Niederlande rüsten ihre Drohnenabwehr mit Rheinmetall auf. Gebaut wird zunächst in der Schweiz, dann in Ede – und ein weiteres NATO-Land zeigt bereits Interesse an der Konfiguration.

Neue Luftverteidigungssysteme für die Drohnenabwehr: Die niederländischen Streitkräfte kaufen wie erwartet den Skyranger von Hersteller Rheinmetall. So wollen sich die Niederlande auch im höchsten Eskalationsspektrum wirksam gegen die zunehmende Bedrohung durch Drohnen verteidigen können.
Geliefert werden laut Vertrag mobile Waffenplattformen Skyranger 30, stationäre Skyranger-30-Systeme sowie Simulatoren für Ausbildung und Training.
Entwickelt wurde der Skyranger eigens, um vor allem Drohnen bis 600 Kilogramm auf sehr kurze Distanz von bis zu fünf Kilometern rasch und wirkungsvoll zu bekämpfen. In den Niederlanden ergänzen die Systeme die vorhandene Luftverteidigung in den Bereichen Medium und Short Range Air Defense. Geschützt werden sollen damit kämpfende Truppen, aber auch kritische Infrastruktur und sensible Objekte wie der Hafen von Rotterdam und militärische Einrichtungen.
Oliver Dürr, Geschäftsführer der Rheinmetall Air Defence, sagte: „Wir sind dankbar für das Vertrauen der niederländischen Streitkräfte in unsere Fähigkeiten”. Und weiter: „Dieser jüngste Auftrag festigt die Position Rheinmetalls als Weltmarktführer im Bereich der kanonenbasierten Luftabwehr. Er setzt auch den Erfolg des Skyranger 30 fort. Die Konfiguration für die niederländischen Streitkräfte, die sowohl hochmobile Einsätze als auch den stationären Einsatz ohne Trägerfahrzeug ermöglicht, ist bislang einzigartig. Ein weiteres NATO-Land hat bereits Interesse an dieser Konfiguration bekundet.”
Mehr als 90 Skyranger in kurzer Zeit bestellt
Der Skyranger findet inzwischen große Beachtung: In kürzester Zeit gingen bei Rheinmetall Bestellungen für über 90 Systeme ein.
Anfang machte Österreich im Februar 2024: Das Österreichische Bundesheer bestellte 36 Systeme fix und zeichnete neun Optionen. Als Basis dient der Pandur Evolution, den General Dynamics European Land Systems-Steyr in Wien-Simmering fertigt. Die Lieferungen beginnen 2026.
Nur eine Woche danach zog die deutsche Bundeswehr nach und unterschrieb für ein erstes Los aus 19 Systemen, aufgebaut auf dem 8×8 Radpanzer GTK-Boxer. Optional können 30 weitere Systeme folgen.
Im September 2024 kam Dänemark hinzu: Kopenhagen orderte 16 Fahrzeuge, deren Basis der 8×8 Radpanzer Mowag Piranha V ist; ausgeliefert werden soll 2026/2027. Zudem erhielt Rheinmetall in Ungarn den Auftrag, den Skyranger-30-Turm an den Schützenpanzer Lynx KF41 anzupassen. Ungarn will 18 Fahrzeuge kaufen.
Drohnenabwehr aus Ede: Prototypen entstehen in der Schweiz
Vertragspartner der Niederlande ist Rheinmetall Schweiz, wo zunächst drei Prototypen entstehen. Danach fällt Rheinmetall Niederlande am Standort Ede eine zentrale Rolle zu: Dort werden die übrigen Systeme produziert und endmontiert.
Ende 2028 sollen die ersten Systeme ausgeliefert werden; spätestens bis 2029 soll die niederländische Landstreitkraft dann auch die letzten Skyranger erhalten haben. Für ein Rüstungsprojekt dieser Größenordnung ist das ein ambitionierter Zeitplan.
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