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Counter-UAS

Drohnenabwehr: Schweizer Armee lässt Armasuisse Systeme gegen Mikro- und Minidrohnen beschaffen

Nach einem Feldversuch im Sommer 2025 macht die Schweizer Armee bei der Drohnenabwehr den nächsten Schritt: Armasuisse soll teilmobile Systeme beschaffen. Parallel laufen Rahmenverträge für neue Drohnen über rund 116 Millionen Euro.

Drohne
© andri333 auf Pixabay

Gegen Mikro- und Minidrohnen will die Schweizer Armee ihre Drohnenabwehr mit modernen Systemen ausbauen und treibt deren Beschaffung voran. Den Auftrag dafür hat nun das Bundesamt für Rüstung Armasuisse erhalten. Erste Erfahrungen hatte die Armee bereits im Sommer 2025 in einem Feldversuch gesammelt. Vorgesehen ist eine teilmobile Auslegung der Systeme, damit sie auch bei subsidiären Einsätzen verfügbar sind, in denen die Armee zivile Behörden unterstützt.

Sobald das laufende Einladungsverfahren abgeschlossen ist, folgt die Typenwahl. Eingeführt werden sollen die Systeme nach Angaben der Armee „zeitnah”.

Minidrohnen nutzt die Schweizer Armee schon seit Jahren: zur Aufklärung und Überwachung, zur Unterstützung der Truppenführung mit lagegerechten Informationen und in der Ausbildung. Die neuen Abwehrsysteme sollen es künftig ermöglichen, gegnerische Drohnen früh zu erkennen, sie gezielt zu stören und im Ernstfall zu neutralisieren.

Rahmenverträge über rund 116 Millionen Euro

Unabhängig von den geplanten Abwehrsystemen hat Armasuisse mit drei Anbietern Rahmenverträge geschlossen, deren Gesamtvolumen sich auf rund 116 Millionen Euro beläuft. Über sie können die Gruppe Verteidigung und weitere Bundesstellen handelsübliche Mikro-, Mini- und Kleindrohnen einschließlich Zubehör und Dienstleistungen flexibel und je nach Bedarf beziehen.

Sichergestellt werden soll damit, dass laufend die modernste verfügbare Drohnentechnik zugänglich bleibt, obwohl sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Den Zuschlag erhielten mit Dronesperhour (Berlin) und Dronivo (Ludwigshafen) zwei Unternehmen aus Deutschland sowie Fieldwork, ein Schweizer Unternehmen aus Bühler.

Bei allen drei handelt es sich um zivile Firmen, deren Schwerpunkt auf Software, technischem Support und Beratung im Umfeld unbemannter Systeme liegt.

Drohnenabwehr soll „mit Nachdruck” wachsen

Bei einem Treffen in Berlin mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius hat Verteidigungsminister Martin Pfister angekündigt, die Schweiz werde ihre Kooperation mit Deutschland innerhalb der European Sky Shield Initiative (ESSI) ausbauen. Gemeinsam soll der europäische Luftraum über die Initiative wirksamer vor ballistischen und unbemannten Bedrohungen geschützt werden.

Zugleich gab Pfister zu, dass beim Schutz gegen Drohnenangriffe in der Schweiz „grossen Nachholbedarf” bestehe. Die entsprechenden Maßnahmen werde die Armee nun „mit Nachdruck vorantreiben”.

Fotocredits

© andri333 auf Pixabay
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