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Counter-UAS

Drohnenabwehr mit Gatling-Kanone: Valhalla Turrets entwickelt neue Skythunder-Version

Kanone, lasergesteuerte Raketen und Radar auf einem Oshkosh-Fahrgestell: Valhalla Turrets aus Slowenien hat den Skythunder-Turm für die Drohnenabwehr weiterentwickelt. Die US-Komponenten nähren Spekulationen über Aufträge des US-Verteidigungsministeriums.

Valhalla Turrets entwickelte neuen Anti-Drohnen-Turm
© Valhalla Turrets

Eine neue Version des Luftabwehrturms Skythunder, ausgelegt auf die Drohnenabwehr, hat das slowenische Unternehmen Valhalla Turrets entwickelt. Zur Ausstattung zählen eine Gatling-Kanone und lasergesteuerte Raketen. Den Anstoß gaben laut Hersteller die wachsenden Bedrohungen aus der Luft sowie die Notwendigkeit, kritische Infrastruktur zu schützen.

Slowenischen Medienberichten zufolge kommt zur leistungsstarken Kanone und den Lenkraketen eine fortschrittliche Radartechnologie hinzu. Aufgebaut werden die M197-Gatling-Kanone und die lasergesteuerten 70-Millimeter-Raketen auf einem Oshkosh-6×6-Fahrgestell; so soll eine mehrschichtige, kosteneffiziente Verteidigung gegen Drohnen entstehen. Die Tageszeitung Večer beziffert das Gewicht der Kanone mit etwa 60 Kilogramm, ihre Feuerrate mit bis zu 1.500 Schuss pro Minute und die maximale effektive Reichweite mit rund zwei Kilometern.

Noch interessanter wird es beim Blick auf die M-197-Gatling-Kanone selbst: Die 20-Millimeter-Dreifachkanone ist etwa in Hubschraubern der AH-1-Cobra-Familie verbaut. Zu dieser zählt auch die AH-1Z Viper, für die Hersteller Bell eine Fertigung in der Ukraine vorschlägt. Genutzt wird die Kanone darüber hinaus auf weiteren Plattformen, beispielsweise im Waffenpod GPU-2/A.

Grundlage des Skythunder-Systems ist zudem der Waffenturm Mangart 25. Erste Prototypen davon gingen in die Ukraine, wo das ukrainische Militär sie unter realen Kampfbedingungen erprobte. Schon vorher hatten die Entwickler diese Technologie im Luftabwehrsystem Wolf 25 genutzt, einer Gemeinschaftsentwicklung mit dem slowakischen Rüstungsunternehmen Deftech.

Wie die Erfahrungen vom Schlachtfeld in der Ukraine zeigen, belastet es die Streitkräfte finanziell übermäßig, kostengünstige Drohnen mit teuren Abfangraketen zu zerstören. Entsprechend dringend suchen sie nach günstigeren Lösungen.

Drohnenabwehr in mehreren Schichten

Dass das System sehr bald auf den Markt kommen soll, kündigte Valhalla Turrets in sozialen Medien an. Die dort veröffentlichten Bilder zeigen den fortschrittlichen Turm montiert auf einem Oshkosh-6×6-Fahrgestell. Dieses gehört zur „Family of Medium Tactical Vehicles” (FMTV) der US-Armee – jener Plattform, auf die auch der Himars-Raketenwerfer zurückgreift.

Valhalla Turrets showcases the Skythunder 300 in a video
Valhalla Turrets präsentierte den „Skythunder” auf der jüngsten Eurosatory. Nun gibt es eine Anti-Drohnen-Version des Turms. · © Valhalla Turrets

Mit den lasergesteuerten 70-Millimeter-Raketen kann das System präzise auf größere Distanz wirken, also gegen Ziele jenseits der effektiven Reichweite des Gatling-Geschützes. So entsteht auf dem Schlachtfeld ein mehrschichtiger kinetischer Effekt über unterschiedliche Entfernungen hinweg. Ergänzend sorgen eine umfassende Radarabdeckung und eine Sensorsuite dafür, dass sich nähernde Ziele erkannt, identifiziert und durchgehend verfolgt werden; in übergeordnete, mehrschichtige Luftabwehrnetzwerke lässt sich das System nahtlos einbinden.

Vollständig mobil, flexibel und modular sei das System, betont Valhalla. In erster Linie solle es eine kosteneffiziente Luftabwehr gegen eine große Zahl von Drohnen und unbemannten Flugsystemen jeder Art bieten. Die Anfang dieses Jahres präsentierte Systemfamilie bekommt damit eine leichtere, effizientere und leichter zugängliche Option.

Weil amerikanische Komponenten verbaut sind, wird spekuliert, das Unternehmen strebe für sein Skythunder-System Aufträge des US-Verteidigungsministeriums an. Aktiv halten die Vereinigten Staaten nach Lösungen Ausschau, mit denen sie sich gegen kleine, langsam fliegende Drohnen in geringer Höhe verteidigen können.

Spezialisiert ist Valhalla Turrets auf die Entwicklung ferngesteuerter Waffenstationen. Gemeinsam mit dem kroatischen Hersteller Dok-ing stellte das Unternehmen bereits erfolgreich ein robotergestütztes System zur Drohnenabwehr vor. Eine noch leistungsstärkere Version, der Skythunder 300, war auf der jüngsten Militärtechnologiemesse Eurosatory zu sehen. Ausgestattet ist er mit einer 30-Millimeter-Automatikkanone und einem zusätzlichen Turm mit sechsläufigem Maschinengewehr. Für große europäische Rüstungsunternehmen ist Valhalla außerdem ein wichtiger Entwicklungspartner. So baute General Dynamics European Land Systems erst im August einen Turm aus Valhalla-Fertigung in das Kettenkampffahrzeug Ascod ein.

Fotocredits

© Valhalla Turrets
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