Drohnenangriff auf Saransk: Ukraine trifft Russlands Glasfaserhersteller JSC Optical Fiber Systems
Ein Drohnenangriff in der Nacht auf Samstag galt zwei Betrieben in Saransk, die für die russische Rüstung Glasfaser, Kreisel und Optronik liefern. Einer davon ist der einzige Glasfaserhersteller dieser Art in Russland.

In der Nacht von Freitag auf Samstag haben die ukrainischen Streitkräfte mit einem erfolgreichen Drohnenangriff wichtige Betriebe der russischen Rüstungsindustrie in Saransk getroffen, darunter JSC Optical Fiber Systems und Photon Tech System LLC.
Vermutlich wurden dabei Lyuty-Drohnen eingesetzt, außerdem Leichtflugzeuge, unter deren Rumpf FAB-Fliegerbomben hingen. Mindestens 700 bis 800 Kilometer mussten die mutmaßlich unbemannten Maschinen von der Ukraine aus zurücklegen. Tatsächlich war die Strecke aber deutlich länger, weil die Route entlang der aufgeklärten Lücken in der russischen Flugabwehr verläuft. Die ukrainische Seite nutzt dafür mittlerweile KI-gesteuerte Navigationssysteme.
Was der Drohnenangriff in Saransk getroffen hat
Den vorliegenden Informationen zufolge stellt JSC Optical Fiber Systems folgende Produkte her:
- Optische Signalverstärker: Sie dienen der Übertragung hochwertiger Drohnenvideos über Glasfaser-Kommunikationskanäle, vor allem bei FPV-Drohnen (FPV: Sicht aus der Ich-Perspektive, First-Person View).
- Kreisel für Navigationssysteme, die gegen Strahlung und Hitze beständig sind: Weil sie extremen Bedingungen standhalten, eignen sie sich für Raketensprengköpfe mit erheblicher Temperatur- und Strahlungsbelastung, für die Navigation von Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Raketen einschließlich unbemannter Luftfahrzeuge (Angriffs- und Aufklärungssysteme) sowie für Satelliten.
- Photonische Radargeräte: Bei diesen Radarsystemen wird das Signal mit Licht transportiert und über optische Komponenten verarbeitet. Gegenüber herkömmlichen Radargeräten lösen sie höher auf und sind empfindlicher. Damit lassen sich auch langsame, tief fliegende und kleine Ziele wie kleine Drohnen genauer erfassen, vor allem in elektromagnetisch komplexen Umgebungen.


Medienberichten zufolge setzte der Betrieb westliche Anlagen ein, vor allem Produkte der österreichischen Rosendahl Nextrom GmbH, daneben chinesische Systeme von Vacree.
Sechs Produktionslinien mit einem Tagesvolumen von 12.000 Kilometern soll das Unternehmen betreiben. In Russland stellt sonst niemand derartige Glasfasersysteme her.
Zur Rostec Holding gehört Photon Tech System LLC. Das Unternehmen fertigt Photonik-Trainingsgeräte, optische Tische, Laminar-Flow-Boxen, Visualisierer für Laserstrahlung, Lasersicherheitssysteme und weitere Hightech-Produkte. Auch Nachtsichtgeräte, Wärmebildsysteme und andere optische Elektronik werden dort entwickelt, die in unterschiedlichsten militärischen Ausrüstungen und Ausstattungen verbaut wird.
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