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News / Aerial Drones

Drohnenangriff auf St. Petersburg: Ukraine trifft Ölterminal und Kronstadt zum Forumsauftakt

Ausgerechnet zur Eröffnung des Wirtschaftsforums SPIEWF-26 traf ein ukrainischer Drohnenangriff St. Petersburg und die Oblast Leningrad. Getroffen wurde auch die Korvette „Boikiy“ – laut russischen Quellen mit zwei Drohnentypen.

Drones over St. Petersburg
© Militär Aktuell

Zum Auftakt des St. Petersburger Wirtschaftsforums 2026 (SPIEWF-26) am 3. Juni setzten die ukrainischen Streitkräfte schon in den frühen Morgenstunden zu einem großangelegten Drohnenangriff auf St. Petersburg und die Oblast Leningrad an. Seither steht der größte Ölterminal an der Ostsee in Flammen, auch ein Schiffsstützpunkt in Kronstadt bekam Treffer ab. Aus mehreren Stadtteilen kamen Meldungen über Explosionen, am Flughafen Pulkowo fielen Dutzende Flüge aus.

Nach russischer Darstellung schoss die Abwehr über der Oblast Leningrad 59 Drohnen ab. Ein Teil davon sei durch elektronische Kampfführung beeinflusst worden und in den Finnischen Meerbusen gestürzt.

Participants of the St. Petersburg International Economic Forum gather against the backdrop of a burning oil depot following the overnight drone attack.
The timing of the attack is particularly symbolic, as it comes during one of Russia’s most important political and economic… pic.twitter.com/IBBJ3qEhKi
— Special Kherson Cat 🐈🇺🇦 (@bayraktar_1love) June 3, 2026

Die Drohnen hätten die Luftverteidigungssysteme der russischen Luftstreitkräfte und der Marineinfanterie nur in geringen Radien umflogen, heißt es aus russischen Quellen. Vermutet wird dort, dass Aufklärung der USA und der NATO per Radar, Funk und Satellit dahintersteckt.

Drohnenangriff trifft erneut die russische Marine

Wieder geriet dabei eine Überwassereinheit der russischen Marine ins Visier. Schon Ende Mai hatte mindestens eine ukrainische Drohne die im Hafen von Noworossijsk vertäute Fregatte „Admiral Essen” der Schwarzmeerflotte direkt getroffen, obwohl heftiges Abwehrfeuer einsetzte. Am Morgen des 3. Juni folgte die Korvette „Boikiy” der Baltischen Flotte, die derzeit für Werftarbeiten im Trockendock liegt – sie wurde mindestens zweimal getroffen. Auf den zahlreichen Videoaufnahmen sei keine intensive Gegenwehr der Schiffsflugabwehr- und Luftverteidigungssysteme zu sehen, kritisieren russische Kommentatoren.

Zwei ukrainische Drohnentypen sollen nach russischen Quellen beteiligt gewesen sein. Der erste ist die Antonow An-196 Lutiy mit 4,4 Metern Länge und 6,7 Metern Flügelspannweite. Rund 200 km/h erreicht sie mit einem 50-PS-Motor und Schubpropeller, ihre Reichweite wird auf bis zu 2.000 Kilometer geschätzt. Bei einem Gewicht von bis zu 300 Kilogramm trägt die Drohne einen Gefechtskopf von 50 bis 75 Kilogramm. Für die Navigation nutzt sie ein globales Satellitennavigationssystem (GNSS) und ein internes Navigationssystem (INS), dazu kommt ein elektrooptisch/infrarotes (EO/IR) Kamerasystem mit Bilderkennung.

Ukrainian attack drones successfully attacked Russia’s Kronstadt naval base this morning, hitting and heavily damaging the Steregushchy-class corvette Boikiy in drydock.
The Boikiy was one of the most capable surface combatants in the Russian Navy’s Baltic Fleet. pic.twitter.com/8K1nH0OTWd
— OSINTtechnical (@Osinttechnical) June 3, 2026

Etwas kleiner fällt der zweite Typ aus, die Fire Point FP-1/2: Sie misst rund 3,5 Meter in der Länge und etwa fünf Meter in der Spannweite. Auch hier treibt ein Kolbenmotor einen Schubpropeller an. Russische Schätzungen gehen von etwa 1.600 Kilometern Reichweite und einer Flugdauer von bis zu zwölf Stunden aus. Für die Gefechtsköpfe werden Gewichte zwischen 60 und 120 Kilogramm genannt. Navigiert wird über Satellitennavigation und INS, die elektrooptische Kamera beherrscht Objekterkennung.

Fotocredits

© Militär Aktuell
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