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Drohnenangriff auf Taganrog: Ukraine zerstört Russlands fliegendes Labor A-100LL und die A-60

Für den Kriegsverlauf zählen die beiden Treffer wenig, für Russlands Frühwarnprogramm womöglich viel: Beim Drohnenangriff auf das Berijew-Gelände in Taganrog wurde der einzige bekannte Versuchsträger der A-100 vernichtet.

Ukrainische Drohnen zerstören Russlands fliegendes Labor A-100LL
© Web Russland

Zwei experimentelle Flugzeuge der russischen Rüstungsindustrie hat die Ukraine bei einem nächtlichen Drohnenangriff zerstört. Ziel war das Gelände des Taganrog-Luftfahrtwissenschafts- und -technologiekomplexes Berijew. Getroffen wurden die Beriev A-60 und die A-100LL.

Auf den Verlauf des Krieges wirken sich die Treffer nicht unmittelbar aus. Dennoch handelt es sich um einzigartige Prestigeziele, und zumindest bei der A-100LL könnten auf längere Sicht schwere Folgen für ein wesentliches russisches Rüstungsprogramm entstehen.

Eines der zerstörten Flugzeuge ist der „fliegende Laser” Beriev A-60. Auf Basis einer Ilyushin Il-76MD war die Maschine als Träger für einen Laser mit der Bezeichnung 1LK222 Sokol Eshelon umgebaut worden. Seit der Außerdienststellung 2016 stand das Testflugzeug RA-86879 auf dem Rollfeld des Flughafens Taganrog. In der Nacht vom 24. auf den 25. November vernichtete es eine ukrainische Drohne.

Ukrainische Drohnen zerstören Russlands fliegendes Labor A-100LL
Die Beriev A-60 fliegt seit rund zehn Jahren nicht mehr. · © Web Russland

A-100LL: Versuchsträger für Russlands Frühwarnflugzeug

Deutlich schwerer könnte für die russischen Rüstungspläne der Verlust der A-100LL wiegen, die direkt daneben abgestellt war. Gebraucht wurde dieser fliegende Laborkomplex für die Entwicklung der A-100, eines Flugzeugs zur Radaraufklärung und Führung. Auch die A-100LL beruhte auf einem Ilyushin-Il-76MD-Transportflugzeug.

Vorgesehen ist die Beriev A-100 als Nachfolgerin des russischen Frühwarnflugzeugs A-50 Mainstay, das Russlands Gegenstück zur NATO E-3 AWACS ist. Ursprünglich sollte die Serienproduktion der Beriev A-100 bereits 2024 anlaufen, 2022 musste Russland diese Pläne jedoch abbrechen. Die ursprüngliche Konstruktion setzte nämlich auf westliche Elektronikkomponenten. Nach dem Angriff auf die Ukraine und den folgenden Sanktionen hatte Russland keinen Zugriff mehr auf diese Teile, und eigene russische Technologien gelten als veraltet – die Pläne mussten überarbeitet werden.

Ukrainische Drohnen zerstören Russlands fliegendes Labor A-100LL
Die Zerstörung des fliegenden Labors A-100LL könnte Russlands Frühwarnflugzeug-Pläne noch weiter zurückwerfen. · © Web Russland

Im besten Fall will Russland weiterhin bis zu 39 neue Frühwarnflugzeuge in Dienst stellen. Dass nun der einzige bekannte technische Versuchsträger zerstört ist, könnte diese Pläne aber weiter zurückwerfen.

Wiederholter Drohnenangriff auf das Werk in Taganrog

Bereits zwei Mal hat die Ukraine russische A-50-Frühwarnflugzeuge im Flug abgeschossen. Bei einem Angriff auf das Werk Taganrog im März 2024 wurde mindestens eine weitere A-50 beschädigt. Eine andere A-50 traf es während der Operation „Spiderweb” am Boden – vermutlich war sie zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht einsatzbereit.

Mehrfach hat die Ukraine das Werk in Taganrog in den vergangenen Jahren schon mit Drohnen angegriffen und dabei Treffer erzielt. Dort sitzt Beriev, als einziges Unternehmen in Russland in der Lage, Frühwarnflugzeuge umzubauen und technisch instand zu halten. Die Angriffe deuten darauf hin, dass die Ukraine die russischen Entwicklungen auf diesem Gebiet der Luftkriegsmittel für entscheidend hält und sie deshalb so weit wie möglich behindern will.

Fotocredits

© Web Russland
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