Unbemannte Systeme: Generalsekretär Arnold Kammel fordert auf der DroneVation ein Ende des Silodenkens
Unbemannte Systeme, Drohnen und KI verlangen mehr als neue Beschaffungsprogramme: Auf der DroneVation & Defence 2026 in Wien forderte Generalsekretär Arnold Kammel ein neues Mindset – und eine viel engere Zusammenarbeit von Politik, Streitkräften, Industrie und Forschung.

Unbemannte Systeme, Drohnen und Künstliche Intelligenz verändern die moderne Kriegsführung von Grund auf. Für Österreich heißt das, wie Generalsekretär Arnold Kammel vom österreichischen Verteidigungsministerium in seiner Keynote auf der „DroneVation & Defence 2026” in Wien klarmachte: Neben neuen Beschaffungsprogrammen braucht es ein völlig neues Denken in der Landesverteidigung.
Seinen Vortrag eröffnete Kammel mit einem Hinweis auf den tiefgreifenden Wandel der internationalen Sicherheitslage:
Wir leben in Zeiten fundamentaler geopolitischer Veränderungen— Arnold Kammel, Generalsekretär im Verteidigungsministerium
Heute seien moderne Technologien Risiko und Chance zugleich. Vor allem unbemannte Systeme hätten sich in den vergangenen Jahren von einer Zukunftstechnologie zu einem prägenden Element moderner Konflikte gewandelt.
Neues Denken statt bloß neuer Technik
Um die Beschaffung neuer Systeme allein gehe es dabei längst nicht mehr, so Kammel. Verändern müsse sich vielmehr das militärische Denken insgesamt.
Es braucht ein völlig neues Mindset— Arnold Kammel
Die eigentliche Herausforderung liege nicht nur darin, neue Technologien in die Streitkräfte einzugliedern, betonte der Generalsekretär. Ebenso müssten diese laufend weiterentwickelt und zugleich neue Einsatzkonzepte für die Soldaten und das Gefechtsfeld der Zukunft geschaffen werden.
Aus genau diesem Grund komme Veranstaltungen wie der „DroneVation” große Bedeutung zu. Politik, Streitkräfte, Industrie, Wissenschaft und Forschung müssten deutlich enger kooperieren als bisher.
Wir können die Fortschritte und Debatten nicht länger in Silos führen— Arnold Kammel
Wir müssen militärische, politische, technologische und wissenschaftliche Kompetenzen miteinander verbinden.— Arnold Kammel
Beschaffung im Takt der Innovation
Technologische Innovationszyklen liefen heute erheblich schneller ab als klassische militärische Beschaffungsprozesse, gab der Generalsekretär zu bedenken.
Wir können nicht versuchen, heute Technologie zu beschaffen, die morgen bereits überholt ist.— Arnold Kammel
Ministerium, Industrie und Forschung müssten ihre Zusammenarbeit daher weiter vertiefen. Angestrebt werde, Innovationen rascher in militärische Fähigkeiten zu überführen und die technologische Entwicklung dabei ständig zu begleiten.
Unbemannte Systeme im Aufbauplan des Bundesheeres
Mit Blick auf den Aufbauplan „Bundesheer 2032+” zeigte sich Kammel überzeugt, dass das Bundesheer die Bedeutung unbemannter Systeme inzwischen erkannt habe. Neue Technologien gehörten bereits fest zur Fähigkeitsentwicklung. Klar sei aber auch, dass sich dieser Weg nur zusammen mit Industrie und Forschung erfolgreich gehen lasse.
Dabei erinnerte er auch an Stimmen innerhalb des Bundesheeres, die schon vor einigen Jahren auf die wachsende Bedeutung unbemannter Systeme aufmerksam gemacht hätten – etwa Oberst Markus Reisner (-> Reisner auf der „DroneVation”: „Maschinen kennen keine Gnade”). Diese Einschätzungen hätten sich heute als richtig erwiesen.

Gemeinsam für Europas Sicherheit
Zum Schluss sprach sich Kammel für eine noch engere Kooperation aller Akteure im europäischen Verteidigungs-Ökosystem aus.
Nur durch die Entwicklung einer gemeinsamen Vision und durch Zusammenarbeit können wir die Herausforderungen bewältigen, die vor uns liegen.— Arnold Kammel
In den kommenden Jahren würden die sicherheitspolitischen Herausforderungen nicht ab-, sondern zunehmen. Umso mehr komme es darauf an, Innovationen schnell nutzbar zu machen und die technologische Souveränität Europas weiter zu stärken.
Abschließend dankte er den Organisatoren der „DroneVation & Defence”. Veranstaltungen wie diese, die einen offenen Austausch zwischen Streitkräften, Industrie, Wissenschaft und Politik ermöglichen, trügen entscheidend dazu bei, Innovationen schneller in konkrete militärische Fähigkeiten zu überführen.
Fotocredits
© Unmanned Magazine/Sebastian FreilerWeiterlesen

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