DJI Matrice 4T geknackt: Russische Hacker militarisieren Firmware der Drohne
Der Telegram-Kanal Ural Drone Hub meldet, die Firmware der DJI Matrice 4T lasse sich nun für den militärischen Einsatz flashen. Remote-ID und Flugverbotszonen sind ausgehebelt, die FCC-Freischaltung gelang offenbar noch nicht.

Die DJI Matrice 4T des chinesischen Drohnenmarktführers ist seit fast einem Jahr auf dem Markt – nun sei sie „besiegt” worden, meldet der russische Telegram-Kanal Ural Drone Hub. Gemeint ist: Russland könne die Firmware der Drohne inzwischen flashen und sie so militärisch nutzen.
Eine Einschränkung macht Ural Drone Hub allerdings: Auf das Nachfolgemodell lässt sich noch nicht jede Fähigkeit der legendären 1001-Firmware übertragen, die für die Mavic- und Matrice-3-Modelle existiert. Deshalb trägt die militarisierte Firmware vorerst den Namen „777”.

Entfernt haben die russischen Hacker mit Firmware 777 die Drone- bzw. Remote-ID. Diese funktioniert wie ein digitales Nummernschild, über das sich die Drohne aus der Ferne identifizieren lässt. Weil sie in vielen Ländern Pflicht ist – in der gesamten Europäischen Union etwa durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit –, gehört sie zum Softwarepaket.
Ebenso aufgehoben wurden die NFZ-Beschränkungen (No-Fly-Zones). Diese sind in der Software hinterlegt und unterbinden, dass die Drohne in regulierten Gebieten betrieben wird.

Neu ist zudem eine Option, GPS abzuschalten. Weggefallen sind die Höhenbegrenzungen und auch die Vorgabe, ohne GPS nicht höher als 60 Meter steigen zu dürfen. Länderbezogene Einschränkungen gibt es keine mehr. Darüber hinaus ließen sich weitere Frequenzen im 5-GHz-Band freischalten.
Wo der Hack der DJI Matrice 4T an Grenzen stößt
Erfolglos blieb bisher offenbar der Versuch einer FCC-Freischaltung. Mit einer solchen Freigabe können Drohne und Fernsteuerung mit einer Sendeleistung arbeiten, die deutlich über den gesetzlich zulässigen Werten liegt. Bei der Mavic 3 bedeutete das einen Sprung von 25 mW und 4 Kanälen auf 700 mW und 8 Kanäle.
Laut Ural Drone Hub können manche Matrice-4T-Drohnen nicht geflasht werden; beheben lasse sich das in diesen Fällen nicht. Ausdrücklich betont der Kanal gegenüber seinen Nutzern, der Hack sei nur für die Verwendung in der SVO-Zone der „militärischen Sonderoperation” (russischer Angriff auf die Ukraine) zugelassen.
Auffällig ist, dass der Einbruch in die Herstellerfirmware diesmal erheblich mehr Zeit gekostet hat als bei den Vorgängern der 3er-Serie. Mehrfach hatte DJI kritisiert, dass seine zivilen Drohnen militärisch genutzt werden, und verschiedene Schutzmaßnahmen ergriffen – zumeist mit begrenztem Erfolg. Im Fall des aktuellen Modells dürfte es DJI aber gelungen sein, der Hackerszene deutlich wirksamere Gegenmaßnahmen gegen Missbrauch entgegenzusetzen.
Gefragt sind solche Softwaremodifikationen aber nicht nur beim Militär. Im Netz kursieren zahlreiche Anleitungen, mit denen kommerzielle Drohnen von gesetzlich-regulatorischen Beschränkungen befreit werden sollen.
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