Drohnenhersteller Quantum Systems und Fraunhofer FHR bündeln Radarforschung in strategischer Partnerschaft
Ein Millimeterwellen-SAR-Sensor auf der Trinity Pro, ein künftiges F&E-Büro in Rheinbach: Beim Wachtberg-Forum haben der Drohnenhersteller Quantum Systems und das Fraunhofer FHR ihre Zusammenarbeit offiziell gemacht.

Der Drohnenhersteller Quantum Systems sowie das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR arbeiten künftig strategisch zusammen – verkündet wurde die Partnerschaft beim Wachtberg-Forum. Laut aktueller Aussendung markiert die Kooperation „einen wichtigen Schritt zur Integration hochentwickelter Radar- und Hochfrequenztechnologien in unbemannte Luftfahrtsysteme der nächsten Generation”.
Herzstück soll eine Forschungs- und Technologiestudie beider Partner werden, an der auch die Wehrtechnische Dienststelle 81 mitwirkt. Erprobt wird dabei vor allem ein innovativer Millimeterwellen-SAR-Sensor (mmW-Synthetic Aperture Radar) aus der Entwicklung des Fraunhofer FHR, den Quantum Systems nun in seine Plattform Trinity Pro integrieren soll. Mit dieser Technologie entstehen hochauflösende Radarbilder mit synthetischer Apertur, unabhängig vom Wetter. Die Fähigkeiten der Plattform zur Aufklärung und Überwachung (ISR, Intelligence, Surveillance, Reconnaissance) wachsen damit erheblich.
Neue Perspektiven ergeben sich durch die Partnerschaft außerdem bei Radar-Signalverarbeitung, Funkerfassung, störresistentem Radar und elektronischen Gegenmaßnahmen. Ebenso wird sich die künftige Entwicklungsarbeit mit Fragen zur Radar Cross Section (RCS) und zur Vermessung von Signaturen befassen.
Drohnenhersteller zieht nach Rheinbach
Damit die Kooperation weiter wächst, will Quantum Systems in Rheinbach ein F&E-Büro einrichten – in direkter Nachbarschaft des Fraunhofer FHR. Ziel ist, das Know-how in Hochfrequenztechnik und Radarsensorik auf lange Sicht zu bündeln.
Welche Bedeutung die Partnerschaft hat, betont Stefan Brüggenwirth, der am FHR den Bereich multifunktionale HF- und Radarsysteme leitet: „Florian Seibel und ich kennen uns seit unserer gemeinsamen Promotionszeit an der Universität der Bundeswehr in München. Diese Vereinbarung schafft die Basis für eine starke, nachhaltige Kooperation. Unser Ziel als Fraunhofer-Institut ist es, Forschungsergebnisse industrienah umzusetzen – insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen.”
Optimistisch gibt sich auch der Co-CEO von Quantum Systems, Florian Seibel:
„Wir sind begeistert, gemeinsam mit dem FHR die Themen SAR, elektronische Kampfführung (EW) und Radar-Signatur (RCS) im Bereich unbemannter Systeme in Deutschland voranzutreiben. Ich bin überzeugt, dass wir in naher Zukunft innovative Produkte entwickeln und erfolgreich international vermarkten werden.”
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