Aufklärungsdrohne plus Patrouillensystem: Schweden bestellt Recce-Strike bei Nordic Wing
Astero findet die Ziele, Raptor 2 bekämpft sie: Mit dem Recce-Strike-Paket aus Aufklärungsdrohne und Patrouillensystem rüstet FMV vor allem leichte Heereseinheiten aus. Geliefert werden soll im zweiten Quartal 2027.

Für die schwedischen Streitkräfte kauft das Verteidigungsmaterialamt FMV ein System aus Aufklärungsdrohne und Patrouillendrohne. Lieferant des sogenannten Reconnaissance-Strike Complex, kurz Recce-Strike, ist das dänische Unternehmen Nordic Wing. Im zweiten Quartal 2027 sollen die Systeme an das FMV geliefert und an die Streitkräfte übergeben werden.
Aufklärungsdrohne und Wirkplattform mit einer Software
Zwei Komponenten bilden das neue System: die Aufklärungsdrohne Astero und der Patrouillenroboter Raptor 2. Über eine gemeinsame Software arbeiten beide zusammen und können einander auf dem Schlachtfeld ergänzen. Astero übernimmt das Sehen und Finden der Ziele: Die Drohne überwacht ein Gebiet, spürt feindliche Stellungen und Bewegungen auf und gibt die Informationen in Echtzeit weiter.
Gegen den Feind wirkt dagegen das Patrouillensystem, eine unbemannte Plattform, mit der sich von der Aufklärungsdrohne entdeckte Ziele bekämpfen lassen. Gestartet werden beide Drohnen aus der Hand, ihr Grundgerüst ist identisch. Astero wiegt 4,5 Kilogramm und bleibt bis zu vier Stunden in der Luft. Raptor 2 bringt 5,2 Kilogramm auf die Waage, fliegt drei Stunden lang und kann rund 1,1 Kilogramm Sprengstoff aufnehmen.
Mit Bodenstationen, Simulatoren und Werkstatt
Mitbeschafft werden mehrere Operatorstationen, bestehend aus tragbaren Computern und Funkgeräten. Ebenfalls Teil des Pakets sind Simulatoren für Ausbildung und Übung sowie eigens gefertigte Werkstattcontainer, in denen die Erstlinienwartung im Feld erfolgt.
Damit Dokumentation und Informationen in passender Qualität und passendem Umfang zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorliegen, arbeitet das FMV eng mit dem Lieferanten zusammen. Vorgesehen sind die Systeme in erster Linie für das Heer; vor allem leichte Einheiten sollen damit neue Fähigkeiten erhalten.
Schnellkauf über „Läglighetsköp“
Abgewickelt wird die Beschaffung in enger Abstimmung mit den Streitkräften über das sogenannte Läglighetsköp-Programm. Darüber kauft das FMV einsatzbereite Systeme mit hohem Technologie-Reifegrad (TRL, Technology Readiness Level) – also Technologie, die fertig entwickelt, gründlich getestet und reif für Nutzung oder Verkauf am Markt ist.
Ziel ist eine raschere Übergabe der Systeme, damit Verbände innerhalb der Streitkräfte früher aufgestellt werden können. Für den Erwerb unterschiedlicher Drohnenfähigkeiten, darunter Aufklärungs- und Schlagdrohnen, hat Schweden im Jänner 2026 vier Milliarden Schwedische Kronen (rund 360 Millionen Euro) bereitgestellt.
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