Aufklärungsdrohnen als DJI-Mavic-Ersatz: Ukraine erhält 1.000 Stück aus heimischer Produktion
Taktische Aufklärungsdrohnen von DJI waren im Ukraine-Krieg lange kaum zu ersetzen, seit 2023 erschwert China den Zugang. Nun hat ein erster ukrainischer Hersteller 1.000 Drohnen an die Armee übergeben – samt Angaben zum Bedarf an der Front.

Für die taktische Aufklärung sind die Mavic-Drohnen des chinesischen Herstellers DJI auf beiden Seiten praktisch unersetzbar geworden – bereits während des Donbas-Konflikts vor Februar 2022 und noch stärker seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Inzwischen kommen erste Aufklärungsdrohnen aus ukrainischer Eigenentwicklung als Ersatz an die Front.
Ab 2023 hat China seine Maßnahmen verschärft, die – offiziell gegen beide Kriegsparteien gerichtet – den Zugang zu den zivilen Drohnen erschweren und die Software vor Modifikationen für den Kriegseinsatz schützen sollen.
Das ist ein Grund, warum die Ukraine mehrfach versucht hat, ihr Militär unabhängiger von importierten Systemen zu machen. An Eigenentwicklungen, die die chinesischen Drohnen potenziell ablösen könnten, arbeiten mehrere ukrainische Unternehmen. Acht Modelle durchliefen im Herbst 2024 Tests; vier davon wurden für eine mögliche Beschaffung über Regierungsaufträge ausgewählt.
Aufklärungsdrohnen: erste Lieferung und Bedarf an der Front
Wie der erste stellvertretende Ministerpräsident Mychajlo Fedorow nun mitteilte, hat der erste Hersteller bereits 1.000 Stück an die ukrainische Armee ausgeliefert. Im Vergleich zur Mavic sind die neuen Drohnen größer und teurer, sie fliegen aber länger, reichen weiter und tragen mehr Nutzlast.
Aufschlussreich ist, was über den Bedarf an der Front bekannt wurde: Eine Infanterie- oder mechanisierte Brigade braucht pro Monat 1.000 Drohnen. Für die ukrainischen Streitkräfte insgesamt bewegt sich der jährliche Bedarf an taktischen Aufklärungsdrohnen damit im Hunderttausender-Bereich.
Über die Brave-1-Plattform stehen ukrainischen Einheiten mittlerweile rund ein Dutzend Drohnentypen aus heimischer Fertigung in knapp 30 Varianten zur Bestellung offen. Im Schnitt kostet ein Stück ohne Zubehör etwa 4.000 Euro.
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