Drohnen von Quantum Systems sind battle-proven
Die Drohnen des deutschen Herstellers Quantum Systems haben durch den Einsatz bei den Streitkräften der Ukraine (-> aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg) internationale Bekanntheit erlangt. Das Unternehmen hält neben München, Los Angeles und Brisbane auch einen Produktionsstandort in der Ukraine (-> Quantum Systems verdoppelt Produktion in der Ukraine).

Die Drohnen des deutschen Herstellers Quantum Systems haben durch den Einsatz bei den Streitkräften der Ukraine internationale Bekanntheit erlangt. Das Unternehmen hält neben München, Los Angeles und Brisbane auch einen Produktionsstandort in der Ukraine. Ein Besuch bei Marius Wolter, Head of Governmental Sales, auf der Enforce Tac 2025 am Messestand.
Herr Wolter, wie viele Drohnen von Quantum Systems sind in der Ukraine im Einsatz?
Über 700. Heuer produzieren wir rund 300 Stück zusätzlich vor Ort in der Ukraine.
Was sind Ihre Learnings aus den Kriegseinsätzen? Battle-proven können nicht viele Hersteller von ihren Produkten behaupten.
Es ist ein großer Unterschied zwischen Battle-tested und Battle-proven. Zweiteres bedeutet, dass wir Feet on the Ground haben. Und das heißt, in einer Kriegsumgebung zu fliegen und die Erfahrungen in unsere Produktentwicklung zurückzubringen. Wir wissen, was es bedeutet, wenn man gejammt oder gespooft wird und welche Auswirkungen das auf die Einsatzführung hat. Weil die andere Seite schläft ja auch nicht.
Wie anfällig sind die Drohnen für Jamming?
Wir fliegen mittlerweile ohne Satellitennavigation. Die Operatoren schalten das von Anfang an aus, um die Sicherheit zu haben, keine Störsignale zu bekommen. Vergangenes Jahr haben wir unsere neue Tracking-Antenne in die Ukraine gebrach. Damit sind wir kaum jammable und erreichen Datenlink-Reichweiten von 60 Kilometern. Da wir eine gerichtete Antenne haben, folgt sie dem System vom Boden aus und damit haben wir eine hohe Sendeleistung, die zugleich auch sicher ist.
Wie viele Modelle umfasst das militärische Portfolio?
Für die Short-Range-Reconnaissance (Aufklärung) schafft der Twister 90 Minuten Flugzeit, im Mid-Range-Bereich der Vector drei Stunden und für Long-Range der Reliant zwölf Stunden. Alle unsere Drohnen sind echte Senkrechtstarter und haben einen hohen Automatisierungsrad. Sie sind ebenso mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet und damit bereit für Software-unterstüzte Verteidigung. Und sie haben ein kleines Packmaß, offene Architektur sowie einen kleinen logistischen Fußabdruck.
Wo sind Ihre Drohnen sonst noch im Einsatz?
Wir haben Ausschreibungen von Streitkräften in Australien, Neuseeland, Rumänien, Deutschland und in den Niederlanden gewonnen. Dazu noch einige Polizeieinheiten in Deutschland und Spanien. Aber auch Spezialeinsatzkräfte der US Army oder in Kolumbien für Einsätze gegen Schmuggler kommen unsere Drohnen zum Einsatz.
Wie läuft es für Sie auf der Enforce Tac 2025?
Wir haben viele internationale Endkunden und treffen hier zahlreiche bekannte Gesichter. Unsere Vertreter sind ebenso da. Im Gegensatz zu vergangenem Jahr bin ich positiv überrascht, um viel größer die Messe ist und wie der Fokus weg nur vom taktischen Equipment und persönlicher Ausstattung hin zu größeren Lösungen gelegt wurde.
Fotocredits
© Stefan TeschWeiterlesen

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