Drohnenhersteller Terra Drone bereitet Joint Venture mit Besomer vor und zeigt Aufklärungsdrohne Terra C1
Drohnenhersteller aus Japan und der Ukraine rücken zusammen: Terra Drone und Besomer wollen Aufklärungs-, Überwachungs- und Abfangdrohnen zu einer mehrschichtigen Abwehr kombinieren. Neu im Portfolio ist die Starrflügeldrohne Terra C1, geplant sind zudem Seedrohnen.

Mit der Terra C1 hat der japanische Drohnenhersteller Terra Drone am 15. Juni eine neue Drohne vorgestellt. Am selben Tag gab das Unternehmen bekannt, dass die Vorbereitungen für ein Joint Venture mit der ukrainischen Firma Besomer begonnen haben.
Wie es seitens der Unternehmen heißt, soll das Joint Venture eine „mehrschichtigen Verteidigungslösung” bereitstellen, indem Drohnen für Aufklärung und Überwachung mit Abfangdrohnen kombiniert werden. Terra Drone hat bereits früher in der Ukraine investiert; mit dem angekündigten Vorhaben entsteht das dritte Joint Venture mit einem ukrainischen Unternehmen.
Drohnenhersteller Terra Drone im Überblick
Seinen Hauptsitz hat Terra Drone in Tokio. International bietet das Unternehmen Drohnen und Drohnen-Flugmanagementsysteme an, die seit 2016 in der Öl-, Gas-, Bau- und Chemieindustrie sowie in der Landwirtschaft für Vermessung und Inspektion genutzt werden.
Den Schritt in den Markt für Verteidigungsausrüstung vollzog das Unternehmen im März 2026. Seither hat es sein Produktportfolio mit den Abfangdrohnen Terra A1 und Terra A2 ausgebaut.

Das neue Joint Venture soll das Verteidigungsgeschäft nun stärker in Richtung Aufklärung und Überwachung ausrichten. Ziel ist eine Lösung aus einer Hand, die den gesamten Prozess abdeckt – von der Entdeckung einer Bedrohung bis zu ihrer Bekämpfung.
Warum die Wahl auf Besomer fiel, begründet Terra-Drone-Geschäftsführer Toru Tokushige mit der Kompetenz des Partners: Besomer entwickle robuste, kosteneffiziente Drohnen, die gegenüber elektronischen Störmaßnahmen resilient seien und für Einsätze an Orten mit begrenzter Infrastruktur ausgelegt wurden.
Besomer im Überblick
Gegründet wurde Besomer 2023, der Sitz liegt in Lemberg. Das Unternehmen entwickelt und fertigt unbemannte Starrflügel-Flugsysteme für Aufklärung, Überwachung, Abfangen und logistische Unterstützung, dazu Katapult-Startvorrichtungen, Bodenkontrollsysteme und Stromlademodule. Ausgelegt sind die Drohnen vor allem für den Dauereinsatz unter rauen Bedingungen; sie sind schnell einsatzbereit, fliegen lange und lassen sich einfach warten.
Für Besomer eröffnet das Joint Venture die Chance, mit dem internationalen Netzwerk und der Kompetenz von Terra Drone in der Geschäftsentwicklung den eigenen Systemen auch andere Regionen und Anwendungsbereiche zu erschließen.

Terra A1 für den Nahbereich
Schneller Start, sofortiges Abfangen und Einsätze im Nahbereich, etwa zum Schutz von Stützpunkten: Dafür ist die Terra A1 ausgelegt, die in einem Joint Venture mit Amazing Drones entstand. In der Ukraine wird sie seit 17. April genutzt. Schon am 28. April meldete Terra Drones, mit diesem Drohnentyp erfolgreich einen unbemannten Flugkörper vernichtet zu haben, und stellte dazu ein Video online.
Terra A2 mit Katapultstart
Die Terra A2, eine Starrflügeldrohne aus dem Joint Venture mit Winnylab, fliegt seit 19. Mai in der Ukraine. Anders als die Terra A1 startet sie von einem Katapult, zudem wurde ihr aerodynamisches Design verbessert. Sie lässt sich in Radarsysteme integrieren und kann größere Gebiete überwachen sowie Ziele auf Entfernungen bis zu 75 Kilometer abfangen. Nach Unternehmensinformation vom 15. Juni gelang mit diesem Typ das Abfangen einer Shahed-Drohne.
Terra C1 für Aufklärung, Überwachung und Logistik
Jüngste Entwicklung ist die Terra C1 (Titelbild), ebenfalls eine Starrflügeldrohne. Bis zu drei Stunden kann sie in der Luft bleiben. Sie besitzt eine Optik mit zehnfacher Vergrößerung und kann Nutzlasten bis zu vier Kilogramm befördern. Damit kommt sie neben Aufklärung und Überwachung auch für logistische Aufgaben infrage.
Terra A1, A2 und C1 im Datenvergleich

- Terra A1: maximale Geschwindigkeit 300 km/h, maximale Flugzeit 15 Minuten, maximale Reichweite 32 Kilometer
- Terra A2: maximale Geschwindigkeit 310 km/h, maximale Flugzeit 40 Minuten, maximale Reichweite 75 Kilometer
- Terra C1: maximale Geschwindigkeit 160 km/h, maximale Flugzeit 180 Minuten, maximale Reichweite 110 Kilometer
Drei Drohnentypen, ein mehrschichtiges System
Nach dem Konzept von Terra Drone werden die drei Drohnentypen gemeinsam in einem einzigen, mehrschichtigen und aufeinander abgestimmten System eingesetzt. So sollen Bedrohungen durch unbemannte Flugkörper früh erkannt werden; abhängig von deren Entfernung, Geschwindigkeit und Annäherungsrichtung soll rasch über passende Abwehrmaßnahmen entschieden und diese auch umgesetzt werden.
Weitere europäische Länder will das Unternehmen ebenfalls erschließen. Außerdem soll das Produktportfolio um Seedrohnen erweitert werden.
Fotocredits
© Terra Drone CorporationWeiterlesen

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