Drohnenkrieg: General Valerii Zaluzhnyi sieht den Westen bei der Drohnen-Revolution im Rückstand
Die Front in der Ukraine erstarrt, Drohnen machen den Zermürbungskrieg billig: In einem Kommentar mahnt Valerii Zaluzhnyi, der Westen müsse die Lehren aus dem Drohnenkrieg schnell begreifen – sonst drohe ihm das Schicksal der Blitzkrieg-Opfer.

Den Drohnenkrieg nicht zu unterschätzen, davor warnt General Valerii Zaluzhnyi den Westen in einem neuen Kommentar auf defenseone.com . Zaluzhnyi war Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und ist heute Botschafter der Ukraine im Vereinigten Königreich.
Sollte der Westen heute einem Gegner gegenüberstehen, der in großer Zahl verschleiß-optimierte autonome Waffen einsetzt, könnte es ihm nach Zaluzhnyis Warnung ergehen wie den Opfern des deutschen Blitzkriegs im Zweiten Weltkrieg.

Wie der Drohnenkrieg die Front erstarren lässt
Jahrzehntelang seien Angriffsmanöver immer schneller geworden; der russisch-ukrainische Krieg sei heute dagegen von einem Abnutzungsmuster geprägt, wie es den Ersten Weltkrieg kennzeichnete, schreibt Zaluzhnyi. Beide Seiten könnten noch die kleinste Bewegung erkennen und ohne Vorwarnung zuschlagen.
An der Front beschränke man sich darauf, versteckte Verteidigungsstellungen auszubauen. Gefährlich geworden seien inzwischen sogar Personalwechsel und medizinische Evakuierungen. Rund um die Uhr übernähmen daher unbewaffnete Drohnen Aufgaben in der Logistik und bei medizinischen Evakuierungen.
Weil Drohnen überwiegend aus handelsüblichen Hardwarekomponenten und Open-Source-Software bestünden, sei der Zermürbungskrieg selbst in großem Maßstab effektiv und erschwinglich geworden. Laut Zaluzhnyi hat die Drohnenrevolution ein verhärtetes, unnachgiebiges Umfeld hervorgebracht.

Gleichzeitig kehren Festnetzkommunikationsmethoden wie Glasfaserkabel zurück: Sie bieten mehr Bandbreite, Zuverlässigkeit und Kommunikationssicherheit.
Zum Glück besitze der Westen ein unschätzbar wertvolles Geschenk, meint Zaluzhnyi – nämlich die Expertise, die sich die Ukraine in ihrem erbitterten Überlebenskampf hart erkämpft habe.
Zum Abschluss seines Kommentars hält Zaluzhnyi fest: Wenn der Westen überleben wolle, müsse er diese Lehren rasch und umfassend verstehen und sinnvoll anwenden.
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© Valerii Zaluzhnyi · © ArchivWeiterlesen

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