Drohnenkriegsführung: Pentagon will Budget der Defense Autonomous Warfare Group um das 242-fache steigern
Rund 200.000 autonome Systeme will das Ministerium von Pete Hegseth mit dem neuen Budget für Drohnenkriegsführung finanzieren. David Petraeus warnt jedoch: Ohne neue Doktrin, Ausbildung und Führungsformen bleibe die Investition teurer Lagerbestand.

Für autonome Drohnenkriegsführung sieht das Pentagon im Haushaltsjahr 2027 eine Steigerung um das 242-fache vor – im laufenden Haushalt sind es noch 191,5 Millionen Euro. 46,47 Milliarden Euro soll 2027 die Defense Autonomous Warfare Group (DAWG) bekommen, die das Ministerium von Pete Hegseth massiv ausbauen will.
Abgesehen von den Mitteln für die traditionellen US-Teilstreitkräfte zählt die Summe zu den größten Einzelposten des kommenden Budgets. Finanziert werden soll damit der Kauf von etwa 200.000 autonomen Systemen. Vorgesehen sind unter anderem günstige, sensorgestützte und KI-gesteuerte autonome Plattformen, deren Hardware gleichermaßen für Verteidigung, Heimatschutz und öffentliche Sicherheit nutzbar ist.
Petraeus mahnt Doktrin für die Drohnenkriegsführung an
Vor einer unausgewogenen Planung warnt der frühere Vier-Sterne-General David Petraeus in einem Kommentar auf der Plattform „The Hill”. Seiner Ansicht nach fehle eine gemeinsame US-Doktrin für autonome Formationen im großen Maßstab. Nötig seien völlig neue Organisationen, grundlegend andere Führungsformen und eine schnelle Rückkopplung zwischen Betreibern, Kommandeuren und Ingenieuren. Als Beispiel führt Petraeus die Ukraine an: Dort habe eine kontinuierliche Anpassung stattgefunden, während die USA ihre Einsatzkonzepte, Truppenstruktur, Ausbildung und Entwicklung von Führungskräften sowie ihre Feedbackschleifen noch nicht entsprechend verändert hätten.
Mindestens fünf Prozent der Mittel sollten aus seiner Sicht für Doktrin, Ausbildung und Truppengestaltung reserviert bleiben, zudem brauche es regelmäßige Berichte über Anpassungszyklen. Sonst, so Petraeus zum Schluss, bringe die Investition keinen Vorteil, sondern lediglich teuren Lagerbestand.
Gegründet wurde die Defense Autonomous Warfare Group (DAWG) Ende 2025 als Einheit des Pentagon. Sie soll Entwicklung, Erprobung und Einführung autonomer Systeme, von Drohnen sowie von Technologien zur Drohnenabwehr beschleunigen. Im US-Militär werden autonome Systeme immer wichtiger: Kürzlich ordnete General Francis L. Donovan, Kommandeur des US Southern Command (SOUTHCOM), den Aufbau des SOUTHCOM Autonomous Warfare Command an.
Dieses Kommando soll im Verantwortungsbereich des SOUTHCOM vollautonome, teilautonome und unbemannte Plattformen und Systeme einsetzen. Unterstützt werden sollen damit die Prioritäten der Nationalen Sicherheitsstrategie des US-Präsidenten, die Handlungsfelder des US-Verteidigungsministers, regionale Sicherheitskooperationen sowie die operative Dominanz.
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© KI-Illustration/Martin RosenkranzWeiterlesen

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